Ingeborg Bachmann

Salzburger Bachmann Edition

Die gestundete Zeit

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Produktdetails

Verlag
Suhrkamp
Erschienen
2023
Sprache
Deutsch
Seiten
270
Infos
270 Seiten
20.4 cm x 12.6 cm
ISBN
978-3-518-42604-3

Hauptbeschreibung



Für die junge Ingeborg Bachmann und ihre Generation erwies sich die große Hoffnung nach dem Krieg auf eine Zeit des Friedens bald als trügerisch. Restauration und das vorherrschende schnelle Verdrängen und Vergessen markierten jenen Horizont, vor dem Bachmann ihre Gedichte schrieb.
Die gestundete Zeit,
der erste, Ende 1953 erschienene Lyrikband der 27-jährigen Autorin, erwies sich, nach verzögerter Rezeption, als repräsentativ für Erfahrungen, die das Schreiben nach 1945 bestimmten: Aufbruch und Abschied, Schuld und Gedächtnis. In der dramatischen Kraft und in den einprägsamen Bildern ihrer Lyriksprache, deren »alarmierendes, skandalöses, befremdliches, erschreckendes« Hans Werner Henze sofort erkannte, hat diese Erfahrung einen Ausdruck gefunden, der über ihre Zeit hinausreicht. Bachmanns sicheres Gefühl für den sprachlichen Gestus hat ebenso wie das vielschichtige Geschichtsbewusstsein dazu beigetragen, ihren Gedichten einen Platz in der europäischen Moderne nach 1945 zu sichern – aufgenommen auch im Werk bedeutender Bildkünstler und Komponisten wie Anselm Kiefer, Cy Twombly oder Hans Werner Henze.




Dass sich in diesen Gedichten zugleich ein ›verzweifeltes Sprechen‹ mit Paul Celan verbirgt, wurde erst spät entdeckt. Seit der Publikation des Briefwechsels zwischen Bachmann und Celan (
Herzzeit
, 2008) ist diese Lesart der Gedichte aber unabweisbar. In der nunmehr ersten kommentierten Edition von
Die gestundete Zeit
wird dieses Verständnis durch neue Materialien aus Bachmanns Nachlass ergänzt und vertieft.


Inhaltsverzeichnis


Die gestundete Zeit


Ausfahrt


Abschied von England


Fall ab, Herz


Dunkles zu sagen


Paris


Die große Fracht


Reigen


Herbstmanöver


Die gestundete Zeit


Sterne im März


Im Zwielicht


Holz und Späne


Thema und Variation


Früher Mittag


Alle Tage


Einem Feldherrn


Botschaft


Die Brücken


Beweis zu nichts


Nachtflug


Psalm


Salz und Brot


Große Landschaft bei Wien


Ein Monolog des Fürsten Myschkin zu der Ballettpantomime »Der Idiot«


Kommentar


Editorische Vorbemerkung


Literaturwissenschaftlicher Kommentar


Das ›erste Buch‹


Wozu Gedichte?


»jetzt sind wir überzeugt«


Zeit-/Horizont


Die gestundete Zeit: Titel, Aufbau, Themen, Motive


Das Gedicht als Gespräch: Begegnungsräume


Zur Edition


Überlieferung, Textgenese, Arbeitsweise


Das ›Mottogedicht‹: »Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen«


I Ausfahrt


Abschied von England


Fall ab, Herz


Dunkles zu sagen


Paris


Die große Fracht


Reigen


Herbstmanöver


Die gestundete Zeit


II Sterne im März


Im Zwielicht


Holz und Späne


Thema und Variation


Früher Mittag


Alle Tage


Einem Feldherrn


Botschaft


III Die Brücken


Beweis zu nichts


Nachtflug


Psalm


Salz und Brot


Große Landschaft bei Wien


Myschkin-Monolog


Literatur


Dank


Fotografien und Faksimiles


Nachweise

Über den AutorIn

Ingeborg Bachmann, geboren am 25. Juni 1926 in Klagenfurt, wurde durch einen Auftritt vor der Gruppe 47 als Lyrikerin bekannt. Nach den Gedichtbänden Die gestundete Zeit (1953) und Anrufung des Großen Bären (1956) publizierte sie Hörspiele, Essays und zwei Erzählungsbände. Malina (1971) ist ihr einziger vollendeter Roman. Bachmann starb am 17. Oktober 1973 in Rom.
Irene Fußl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Literaturarchiv Salzburg und gemeinsam mit Uta Degner (in Nachfolge von Hans Höller) Gesamtherausgeberin der Salzburger Bachmann Edition. Forschungsschwerpunkte: Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann und Paul Celan.
Hans Höller, geboren 1947, war bis 2012 Professor für Neuere Deutsche Literatur am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg und bis 2020 einer der Gesamtherausgeber der Salzburger Bachmann Edition. Er ist Verfasser zahlreicher Bücher zur zeitgenössischen Literatur, Mitherausgeber mehrerer Bände der Thomas-Bernhard-Werkausgabe und der Jean-Améry-Ausgabe.

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