Der Clan der McNarn

Der Clan der McNarn

von Barbara Cartland

E-Book
Reihe: Die zeitlose Romansammlung von Barbara Cartla Band
198 Seiten
2015 Barbara Cartland Ebooks ltd
ISBN 978-1-78213-637-8

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Kurztext / Annotation
Im Alter von 16 Jahren entflieht der Herzog von Strathnarn dem altmodischen Schottland nach London. Jahre führt ihn sein Weg zurück ins Hochland. Bei seiner Ankunft im Familiensitz muss er erkennen, dass sein Neffe vom Clan der Kilcraig als Geisel gehalten wird. Das Oberhaupt des Clans stellt eine einzige Bedingung zur Freilassung: der Herzog muss seine Tochter heiraten. Wird sich der Herzog für eine Zukunft in Schottland entscheiden?

Textauszug
1
1822

"Gott sei Dank ruhige See!"

Lord Hinchley goß sich ein Glas Kognak ein und leerte es mit einem Zug.

"Dabei sind Sie noch glimpflich weggekommen", entgegnete sein Begleiter. "Ich habe schon viel schlimmeren Seegang erlebt als auf dieser Reise."

"Ein Grund mehr, nicht ein zweites Mal in diese abgelegene Gegend zu kommen. Ich bin auf alles gefaßt: Hier ist der Teufel zu Hause, und die Menschen sind Barbaren."

"Das denkt zwar ganz England über Schottland, aber diese Auffassung ist falsch."

Der Ton des Herzogs von Strathnarn war zynisch.

Zum ersten Mal seit sieben Tagen konnte man wieder in dem eleganten Salon sitzen, ohne mit dem Sessel von Wand zu Wand zu rutschen.

"Wenn Sie mich fragen", fuhr Lord Hinchley fort, "so haben Sie nichts Besseres tun können, als diesem Schottland den Rücken zu kehren und nach Süden zu kommen. Daß Sie jetzt zurückkehren, ist ein Fehler, Taran."

Die Miene des Herzogs wurde finster. Er sah aus dem Bullauge. Draußen zog langsam das bewaldete Ufer der Tay-Mündung vorbei.

Alles in ihm sträubte sich bei dem Gedanken, in ein Land zurückzukehren, das er vor zwölf Jahren voll Zorn verlassen hatte, aber nicht einmal einem seiner besten Freunde wollte er das eingestehen.

Er war damals erst sechzehn gewesen und hatte sich geschworen, nie wieder mit Schottland und seinen Bewohnern in Kontakt zu treten. Die Grausamkeit seines Vaters war der Anlaß dazu gewesen.

Auf das nächstbeste Schiff hatte er sich geschleppt und war heilfroh gewesen, daß er in der billigsten Klasse unter Deck noch einen Platz bekommen hatte.

Die Reise war eine einzige Qual gewesen, aber die Verwandten seiner verstorbenen Mutter hatten ihn in London mit offenen Armen empfangen.

Sie hatten ihn auf ein erstklassiges Internat geschickt und anschließend zum Studium auf die Universität von Oxford. Sein Großvater, ein guter Freund des Prinzregenten, hatte ihn als Marquis von Narn in die Londoner Gesellschaft eingeführt, und er hatte das Leben in vollen Zügen genossen.

Er hatte schon fast vergessen gehabt, daß es überhaupt ein Schottland gab.

Nach dem Tode seines Großvaters hatte er dessen Landsitz und ein stattliches Vermögen geerbt. Der Prinzregent, inzwischen König George IV., hielt große Stücke auf ihn, und London lag ihm zu Füßen.

Die Nachricht vom Tode seines Vaters hatte vor drei Monaten wie eine Bombe eingeschlagen. Von einem Tag zum anderen war er nicht nur Erbe des Titels, sondern auch noch Oberhaupt des Clans der McNarn geworden.

Wenn er an seinen Vater gedacht hatte, was selten genug vorgekommen war, hatte er ihn als angsteinflößenden, alterslosen Mann gesehen, der an die Riesen der klassischen Sagen des Altertums erinnerte.

Lord Hinchley goß sich noch ein Glas Kognak ein.

"Sie machen einen deprimierten Eindruck, Taran", sagte er. "Wenn Sie mit einem solchen Gesicht ankommen, kriegen es Ihre Clanleute mit der Angst zu tun."

"Das schadet gar nichts", entgegnete der Herzog. "Dann gehorchen sie wenigstens."

Doch er wußte, daß die Mitglieder eines Clans dem jeweiligen Oberhaupt blind gehorchten. Das war ungeschriebenes Gesetz. Widerstand gab es nicht."Das Oberhaupt eines Clans", hatte sein Vater einmal gesagt, "steht zwischen seinen Leuten und Gott."

Die Zeiten halten sich allerdings geändert. Totale Unterwürfigkeit +- für den Herzog etwas Abscheuliches - gab es nicht mehr. Das Oberhaupt eines Clans konnte nicht mehr über Leben und Tod seiner Leute bestimmen.

"Ich weiß auf alle Fälle jetzt schon", sagte Lord Hinchley und nippte an seinem Kognak, "daß ich mich in meiner Kabine vollaufen lasse, wenn ich mit Seiner Majestät auf der ,Royal George zurückfahren muß."

"Bei Ihrer Rückreise wird das Meer ruhig sein", entgegnete der Herzog. "Der König ist sehr seetüchtig und wird von Ihnen erwarten, daß auch Sie es sind. Außerdem wird er erwarten, daß Sie ih

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