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Die Kaperung der literarischen Faustfigur im NationalsozialismusOverlay E-Book Reader
Gregor Gruber

Die Kaperung der literarischen Faustfigur im Nationalsozialismus

Veranschaulicht am Beispiel von Ernst Kratzmanns "Faust"

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Produktdetails

Verlag
GRIN Verlag
Erschienen
2020
Sprache
Deutsch
Seiten
26
Infos
26 Seiten
ISBN
978-3-346-13943-6

Hauptbeschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2019 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1, , Sprache: Deutsch, Abstract: Faust – ein Name, der in deutschsprachigen Gefilden durchaus vielen Menschen bekannt sein dürfte, wenngleich die meisten wohl vorrangig den Faust Goethes damit assoziieren und die reale Person, auf der dieser basiert, gar nicht kennen. Der historische Doktor Faust entspringt der Zeit um 1480 und schaffte es schon zu Lebzeiten, Legenden um sich zu bilden. So munkelte man etwa darüber, dass er dem Teufel sein Seelenheil verkauft habe, um sein Dasein auf der Erde voll auskosten zu können. Diese Mythen um die Faustfigur hielten von da an Einzug in die Literatur und wurden Bestandteil tausender Werke unterschiedlichster Kunstgattungen, deren Anzahl bis zum heutigen Tage noch immer stetig wächst.

Wenig verwunderlich also, dass die Faustfigur auch im Nationalsozialismus wieder für reichlich Gesprächsstoff sorgte, unter anderem deswegen, weil man Goethe mit seiner wohl erfolgreichsten Adaption des Fauststoffs nicht recht einzuschätzen wusste und sich daher zwei Lager mit Anhängerinnen beziehungsweise Anhängern und Gegnerinnen beziehungsweise Gegnern bildeten. Doch auch in der NS-Zeit selbst entstanden Werke, die sich mit dieser Thematik befassten, so auch das für diese Arbeit wesentliche mit dem Titel "Faust. Ein Buch von deutschem Geist" von Ernst Kratzmann. Der darin vorkommende – und ganz nach damaligen Vorstellungen sehr „arisch“ anmutende – Faust tritt als nahezu unbezwingbarer Held auf, der im 14. Jahrhundert von Abenteuer zu Abenteuer in einem mittelalterlichen deutschen Reich reist. Nach offiziellem Gutachten gilt der österreichische Autor als Minderbelasteter und sein Roman wurde als nicht ideologisch geprägt bewertet.

Diese Arbeit setzt es sich nun zum Ziel, zu untersuchen, ob dieses Urteil einer genaueren Untersuchung standhalten kann. Zu diesem Zweck wird daher zuerst ein Blick auf die Person des Autors geworfen und ein Überblick über die allgemeine Behandlung beziehungsweise die Kaperung der Faustfigur im Nationalsozialismus gegeben, um in weiterer Folge das Werk selbst auf Stellen mit „nationalsozialistischer Tendenz“ zu untersuchen.