Der Koran und die Frauen

Der Koran und die Frauen

Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

von Benjamin Idriz

E-Book
192 Seiten
2019 Gütersloher Verlagshaus
ISBN 978-3-641-24063-9

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Kurztext / Annotation
"Historisch betrachtet brachte der Koran Frauen die Freiheit und das Recht." (Benjamin Idriz)
Frauenfeindlichkeit und Islam gehören für viele scheinbar zusammen. Daran gibt es nichts zu beschönigen, aber vieles zu ändern. Dass das möglich ist, zeigt dieses Buch, sogar ganz ohne nichtislamische Besserwisserei. Hier erklärt ein Imam, was er die Männer und Frauen in seiner Gemeinde über das Verhältnis der Geschlechter lehrt. Seine Quelle ist der Koran und sein Ziel ein Islam, der sich seines befreienden Ursprungs wieder bewusst ist. Ein erhellendes Buch für alle, denen an Debatte und nicht nur an Denunziation gelegen ist.

Benjamin Idriz, geboren 1972 in Skopje/Mazedonien ist Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg und Vorsitzender des 'Münchner Forum für Islam'.

Textauszug

VORWORT
WARUM ICH ÜBER FRAUEN UND DEN KORAN SCHREIBE

"Alle Indizien sprechen dafür, dass die Zukunft des Islam im Westen nicht nur von den gewiss nicht gerade unterkühlten Themen 'Menschenrechte' und 'Demokratie' abhängt, sondern in allererster Linie von der Bewältigung des heißen Eisens 'Frau'."

Murad Wilfried Hofmann (geb. 1931)

Soweit mir bekannt ist, hat sich in der Geschichte der Muslime noch nie jemand eingehend mit der Stellung des Mannes im Islam beschäftigt. Vielleicht liegt das daran, dass Gott selbst sich in seiner Offenbarung bei Geschlechterfragen ausdrücklich zur Frau geäußert hat. Es gibt keine Sure namens "Die Männer" im Koran, wohl aber eine Sure "an-Nisa'/Die Frauen" (Sure 4). Die islamische theologische Literatur zum Thema Frau ist umfangreich. In der islamischen Welt, also in überwiegend von Musliminnen und Muslimen bevölkerten Ländern, waren und sind die Verfasser solcher Werke jedoch überwiegend Männer, während in den westlichen Ländern deutlich mehr Frauen Stellung beziehen. Allerdings stehen gerade Autorinnen mit muslimischem Namen aufgrund negativer biografischer Erlebnisse dem Islam oft kritisch bis feindselig gegenüber.

Ich selber unterscheide mich von anderen Autoren und Autorinnen darin, dass ich die Gedanken, die ich hier niederschreibe, mit anderen gläubigen Männern und Frauen teile. Ich schreibe nicht aus der Distanz einer akademischen Forschungsposition heraus, sondern ich schreibe über das, was in meinen täglichen Gesprächen, in meinen Vorträgen und in meinen Freitagspredigten Thema ist. Was hier debattiert wird, findet in meiner Gemeinde statt, und die Ziele, die hier vertreten werden, werden dort in die Praxis umgesetzt und verwirklicht. Dabei wirke ich in der Wahrnehmung dessen, was ich schreibe und predige, in einem heute noch immer mehr männlich als weiblich geprägten Umfeld, wo es durchaus einer festen Entschlossenheit bedarf, vielleicht auch einigen Mutes, um diese Positionen öffentlich zu vertreten und zu verfolgen.

Zur heftig debattierten Frage nach der Frau im Islam stehen Behauptungen und Positionen im Raum - und zwar sowohl von islamophober, wie auch von islamophiler Seite -, die zurechtgerückt werden müssen. Das Frauenthema im Islam ist von Anfang an eng mit dem Koran verbunden. Will man sich zu diesem Thema äußern, so sollte man mit der heiligen Schrift des Islam vertraut sein, um Missbrauch und Desinformation - egal von welcher Seite - zu erkennen und zu vermeiden. Denn allzu oft sind im Namen des Islam - nicht nur in der Frauenfrage - Worte und leider auch Taten in die Welt getragen worden, die diametral gegen den Koran und damit gegen Gott und Seinen Gesandten gerichtet sind.

In unserer Geschichte finden sich zu allen Zeiten und über alle Länder und Religionen hinweg immer wieder wirkmächtige negative Frauenbilder, die sich bis heute fortschreiben. Auch Muslime bilden hinsichtlich dieses kulturgeschichtlichen Problems leider keine Ausnahme und haben es ebenso wenig wie andere Glaubensrichtungen geschafft, sich selbst oder die Gesellschaft von dieser negativen Entwicklung zu befreien. Es ist sogar so, dass uns Muslime das Thema "Frauen im Islam" in besonderem Maße belastet. Ich kann mich an keinen einzigen Vortrag vor Nicht-Muslimen erinnern, bei dem ich nicht aus dem Publikum heraus kritisch über die Rolle der Frau befragt worden wäre. Muslimischen Männern wird vor allem vorgeworfen, sie betrachteten und behandelten die Frauen als zweitrangige Geschöpfe.

Wenn Kritiker, vor allem solche aus dem Westen, Muslime mit entsprechenden Vorhaltungen konfrontieren und behaupten, der Islam lehre, dass eine Frau weniger wert sei als ein Mann, dann wird von Muslimen oft mit einschlägigen Aussagen, wie zum Beispiel "Der Islam hat den Frauen den höchsten Stellenwert eingeräumt" gekontert. Trotz der Richtigkeit dieser Aussage, wird damit das Problem aber oft tabuisiert.

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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