Vaethyr

Vaethyr

Die andere Welt

von Freda Warrington

E-Book
Übersetzt von: Elfriede Peschel
680 Seiten; ab 14 Jahre
2012 Ueberreuter
ISBN 978-3-7090-0095-3

7.99 EUR
inklusive Mehrwehrtsteuer
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Italien möglich!

Weitere Informationen

Kurztext / Annotation
Das Volk der Vaethyr muss regelmäßig zwischen der Elfenwelt und der Menschenwelt hin und herreisen, um seine Kräfte nicht zu verlieren. Doch eines Tages weigert sich der Torwächter Lawrence Wilder, die Vaethyr durch die Pforte zu lassen. Den Grund dafür nennt er nicht. Die junge Rose Fox gehört zu der Generation, die die andere Welt daher nie kennengelernt hat. Sie verbindet eine schwierige Beziehung zu den beiden Söhnen Wilders, Sam und Jon. Jeder der drei versucht auf seine eigene Weise mit dem Abgeschnittensein von der Elfenwelt fertigzuwerden und hinter Lawrence Geheimnis zu kommen, um in die andere Welt zu gelangen.

Freda Warrington wurde in Leicestershire, England, geboren, wo sie noch heute mit ihrem Ehemann lebt. Sie hat als Illustratorin im medizinischen Bereich und als Grafikdesignerin gearbeitet. Ihr erster Roman wurde im Jahr 1986 veröffentlicht.

Textauszug
~ 1 ~
Das Haus der zerronnenen Träume

Zu Rosies neuntem Geburtstag schenkte ihr Vater ihr das Schönste, was sie je gesehen hatte: ein funkelndes Kristallherz, das sie im Schaufenster eines Juweliers in seinen Bann gezogen hatte. Forderungen zu stellen war ihrem Wesen fremd, aber ihre Eltern hatten es nicht vergessen. Als sie das Geschenk öffnete, lag dieser wundervolle Anhänger funkelnd auf schwarzem Samt vor ihr.

Sie trug ihn stolz an einer stabilen Silberkette. Zu ihrem blauen T-Shirt und den Jeans sah er viel zu edel aus, aber das kümmerte sie nicht. Wenn sie rannte und mit ihren Brüdern Fußball spielte, schlugen seine harten kleinen Kanten gegen ihre Brust.

Es war ein warmer, strahlender Frühlingstag. Sie tauchten ein in das üppig wuchernde Grün ihres Gartens, das sie von der Rasenfläche in schmalere Laubengänge zog und weiter durch den Rosengarten und den Kräutergarten bis zu den Ecken, wo die Natur sich selbst überlassen war und ihr Grundstück an riesigen Eichen und wild wuchernden Hagedornhecken endete. Sie ließen den Ball liegen. Matthew ging durch eine Lücke in der Hecke voran zu den Pfaden, die sich durch das dahinterliegende Waldgebiet zogen.

Ein Fluss schlängelte sich an ihrem Garten vorbei. Sie wussten nur allzu gut, dass sie diesen nicht überqueren durften. Matthew schritt voraus über die Trittsteine und erklomm dann die Uferböschung.

Rosie und Lucas folgten ihm mit Herzklopfen.

Matt war vierzehn und übernahm immer die Führung. Er schäumte über vor Energie und erklomm den steilsten Teil des Waldes so schnell, dass seine Geschwister kaum mit ihm Schritt halten konnten. Rosie war aufgefallen, dass er in letzter Zeit rastlos geworden war und leicht aus der Haut fuhr, weil er eigentlich zu alt war, um mit seinen jüngeren Geschwistern zu spielen, sich aber gezwungen fühlte, auf sie aufzupassen. Lucas, der zwei Jahre jünger war als Rosie, war ihr beider Schatten.

Mit ihren neun Jahren war alles immer wieder neu für sie. Zwischen dem einen Abenteuer und dem nächsten vergingen Äonen. Ständig gab es neue Biegungen in den Pfaden zu entdecken, Felsen, die sie noch nie gesehen hatte, erstaunliche Muster auf den Stämmen der Silberbirken.

Obwohl sich die Schattenreiche am deutlichsten im Zwielicht offenbarten, konnte sie an so lichten Tagen wie diesem die tiefere Wirklichkeit wie einen Hitzedunst über der oberflächlichen Welt schimmern sehen. Zwischen dem Laub spitzten die Augen der Erdgeister heraus, verschwanden aber, sobald sie versuchte, sie direkt anzuschauen. Sie spürte die ätherische Kraft, die ihre Haut streifte und wie Nesseln kribbelte. Das Bewusstsein, Teil von ihr zu sein – und in diese feinstoffliche Dimension eintauchen zu können, wie normale Kinder das nicht konnten –, erregte sie.

Sie und Lucas teilten diese Erfahrung ohne Worte, weil sie wussten, dass Matthew sie albern fand und sie nur anknurren würde, wenn sie darüber sprachen.

Rosie kam zum Fuß einer majestätisch ausladenden Eiche, die ihr glänzendes Blätterdach über ihr ausbreitete. Instinktiv fing sie an, daran hochzuklettern, kurzatmig vor Anstrengung.

"Rosie!", ertönte Matthews Stimme. "Komm da runter, bevor du dir den Hals brichst!"

Seine Stimme klang wie von fern und sie ließ sich, verzaubert von der sich blau färbenden Landschaft, die geheimnisvoll in allen Regenbogenfarben schimmerte, ohne nachzudenken, in die Schattenreiche fallen. Belaubte Erdgeister wanden sich um Baumäste und erwiderten ihr Lächeln ...

"Rosie!" Die Stimme war laut und zornig. Und ehe sie wusste, wie ihr geschah, zog Matthew sie in eine

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Freda Warrington wuchs in Leicestershire auf. Erste Romane entstanden während ihres Besuchs der Kunsthochschule. Heute lebt die Verfasserin mehrerer erfolgreicher historischer Romane als freie Autorin in Derbyshire. Mit "Dracula kehrt zurück", ihrem 13. Roman, hat sie den "Children of the Night Award for Best Gothic Novel 1997" der Dracula Society gewonnen.

Schlagworte