Der liebe Gott und sein teuflisches Bodenpersonal

Der liebe Gott und sein teuflisches Bodenpersonal

Sammelband

von Brigitte Teufl-Heimhilcher

E-Book
322 Seiten
2019 BookRix
ISBN 978-3-7438-2360-0

5.99 EUR
inklusive Mehrwehrtsteuer
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Kurztext / Annotation
Die Zustände im Vatikan rufen sogar den lieben Gott auf den Plan. Sonst ein eifriger Verfechter des freien Willens beschließt er, Papst Leo einen kleinen Hinweis zu geben, und bedient sich dabei höchst irdischer Mittel. In Band 1 (Die andere Schwester des Papstes) hat Papst Leo die Begegnungen mit seiner Schwester Katharina und seiner ehemaligen Studienkollegin Erika zu verkraften. Die beiden bringen sein Weltbild ganz schön durcheinander. Richtig gefährlich wird es für Leo dann in Band 2 (Als Papst lebt man gefährlich), als er sich daran macht, den Machenschaften in der Vatikanbank ein Ende zu setzen.

Textauszug
Das Interview

Das Interview

Katharina blickte auf die Uhr, massierte kurz die Schläfen und drückte den Knopf der Sprechanlage: "Der Nächste, bitte!" Es war ein langer Tag gewesen, sie war müde und freute sich auf einen gemütlichen Abend.

"Fertig für heute", antwortete ihre Sprechstundenhilfe. "Nur ein junger Mann vom Kurier wartet noch auf Sie."

"Ist er angemeldet?"

"Das nicht", flüsterte die Sprechstundenhilfe, "aber ich denke, er kommt wegen Ihres Buches. Jedenfalls hat er eine Kamera dabei."

"Dann soll er hereinkommen."

Katharina zog rasch die Lippen nach, noch während sie den Stift wieder in ihre Handtasche gleiten ließ, rief sie: "Herein!"

Der junge Mann, er mochte etwa dreißig sein, erwiderte ihren kräftigen Händedruck, das gefiel ihr, sie konnte es nicht leiden, wenn die Hand des anderen schlaff in der ihren lag. "Mein Name ist Felix Winter. Ich komme im Auftrag des Kuriers und würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen."

"Das freut mich", antwortete sie. "Ich habe eigentlich gedacht, mein Buch sei schon in der Rundablage gelandet. Bitte, nehmen Sie Platz."

"Sie haben ein Buch geschrieben?", fragte er, während er sich setzte.

Diese schlichte Frage ließ Katharinas Müdigkeit schlagartig zurückkommen.

"Über Allergiebehandlung, ich dachte, deswegen seien Sie gekommen", antwortete sie dementsprechend gereizt.

"Leider nein", erwiderte Felix Winter und schickte dieser Nachricht ein gewinnendes Lächeln nach. "Ich komme sozusagen in heikler Mission."

Er machte eine Pause, sie bedeutete ihm weiterzusprechen.

"Wie Sie sicherlich wissen, findet heuer im September der Welt-Jugend-Tag in Wien statt."

Während Katharina zustimmend nickte, spürte sie, wie ihr Puls schneller wurde. Er sah sie fragend an, doch sie hatte nicht vor, ihm entgegenzukommen.

"Aus diesem Anlass wird Papst Leo seiner Heimat einen Besuch abstatten. Ich nehme an, auch das ist Ihnen bekannt."

Sie nickte abermals. "Es stand so etwas in der Zeitung."

"Ich nehme weiter an, Sie sind diesbezüglich nicht auf die Informationen der Medien angewiesen."

"Da irren Sie, junger Mann."

"Aber Sie sind doch eine Schwester des Papstes?"

Sie ließ einen Augenblick vergehen, ehe sie antwortete: "Wie kommen Sie darauf?"

"Ich habe ein wenig im Internet recherchiert. Der Papst hieß mit bürgerlichen Namen Leo Forstreiter und hat, wie Sie, seine Kindheit im Waldviertel verbracht. Da Forstreiter auch ein Teil Ihres Namens ist und Sie etwa fünf Jahre jünger sind, könnte er Ihr Bruder sein."

"Könnte er", nickte sie.

"Wird es ein Treffen zwischen Ihnen geben?"

"Das müssen Sie schon den Heiligen Vater fragen."

Er schickte abermals ein gewinnendes Lächeln über den Schreibtisch: "Ein Gespräch mit dem Heiligen Vater steht -leider - außerhalb meiner Möglichkeiten."

"Dann kann ich Ihnen - leider - auch nicht helfen. Papst Leo pflegt seine Pläne nicht mit mir zu besprechen."

Er lächelte.

"Kann es sein, dass es zwischen Ihnen und dem Heiligen Vater ein ... Zerwürfnis gab?"

"Steht das denn auch im Internet?"

Diesmal sah er an ihr vorbei, als er antwortete: "Nur, wenn man zwischen den Zeilen liest. Sie haben an den Feierlichkeiten zum Beginn seines Pontifikates nicht teilgenommen. Zumindest ist in den Zeitungen immer nur die Rede von einer Schwester Maria, einer Klosterschwester. Sie ist auch mehrfach mit Papst Leo abgebildet."

"Gleich mehrfach, sieh an."

"Ich schließe aus Ihrer Antwort, dass Sie auch zu Ihrer Schwester kein sehr inniges Verhältnis haben."

"Sehen Sie, so leicht kann man sich irren."

"Wollen Sie mir vielleicht etwas darüber erzählen?"

"Eigentlich nicht. Vor allem aber will ich in Ihrer Zeitung auch nichts lesen, was ich nicht erzählt habe. Haben wir uns verstanden?"

Felix Winter hob abwehren

Beschreibung für Leser
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