Sex, Lügen & Einmachbohnen

Sex, Lügen & Einmachbohnen

Geschichten über die Liebe, oder was man dafür gehalten hat ...

von Romy van Mader

E-Book
144 Seiten; ab 16 Jahre
2019 BookRix
ISBN 978-3-7438-6856-4

0.99 EUR
inklusive Mehrwehrtsteuer
nicht lieferbar

Weitere Informationen

Kurztext / Annotation
Zwölf Kurzgeschichten über die Liebe, oder was man dafür gehalten hat. Kerstin Eger, eine von Deutschlands wohl erfolgreichsten Partnervermittlerinnen, erzählt wahre Dramakomödien, die zum Lachen und Nachdenken bewegen. - Was macht ein Schornsteinfeger, wenn er nicht gerade Schornsteine putzt? - Wie kommt das Gebiss der netten Rentnerin von nebenan in unseren Garten? - Warum fühlt sich ein Manager auch in getragenen Strumpfhosen wohl? Finden Sie die Antworten in diesem amüsanten Jahresbestseller!

Textauszug
1 BULETTEN, KLEIDER UND HERR WUNDER

Diese Geschichte schien mir wahrlich unglaublich und ich musste mehrfach nachfragen, ob es sich hierbei um ein reales Erlebnis handelt. "Aber ja", wurde mir versichert und ich schrieb mit dem Einverständnis meiner Kundin sogleich mit. Kopfschüttelnd lauschte ich ihr, während sie von dem Liebesirrpfad mit ihrer Internetbekanntschaft erzählte. Ich wusste damals noch nicht, dass dies erst der Anfang einer ganzen Reihe von unglaublichen Begegnungen und kuriosen Erzählungen sein würde. Das Leben treibt es mitunter sehr bunt, facettenreich und ist offensichtlich mit jeder Menge Ironie gespickt. So erzählte sie mir Folgendes...

Nachdem ich mich fast täglich fragte, ob diese nun mittlerweile einjährige Liaison noch Sinn ergab und was diese Beziehung mir bedeutete, sodass ich an ihr festhalte, passierte es. Der Klassiker. Ich kam früher als erwartet aus meiner Werbeagentur, parkte das Auto und schloss voller Vorfreude die Haustür auf. Kleider und Schuhe lagen wild durcheinander, Musik von Gloria Gaynor "I Am What I Am" dröhnte in meinen Ohren und ich fragte mich: "Sandra, bist du hier richtig? Ist Besuch da? Etwa Frauenbesuch?" Eine fiese kleine Angstattacke kroch meine Beine hoch, hämmerte in meinem Bauch und explodierte förmlich in meinem Kopf. Ich öffnete die Tür zu unserem Schlafzimmer und sah ... Ich sah ihn. Ich sah Hermann in einem Minikleid, in meinem GUCCI-Minikleid! Vor meinem goldenen Barockspiegel drehte er sich von einer Seite zur anderen und sah anders aus als sonst. Ich schaute genauer hin. Trug er etwa Lidschatten und Lippenstift? Also, schminken konnte er sich ja, er sah so viel besser aus, endlich hatte er Profil, dachte ich bei mir. Und dann plumpste es, es barst förmlich aus mir heraus: "Oh Gott, Hermann, um Himmels willen! Wie siehst du denn aus? Was soll das? Du bist ja total pervers! Du krankes Schwein!"
Er erschrak und sank fast zu Boden, schaute mich mit weit aufgerissenen Augen an und stotterte irgendetwas von: "Es ist nicht so, wie es aussieht, Sandra! Schatzi!"
Ich winkte ab, drehte mich um und ging völlig aufgelöst und mit zittrigen Beinen in die Küche. Und eine Frage stach in meinem Kopf: "Sandra, das ist doch jetzt wirklich keine große Überraschung, oder?"

Frau Eger, ich war außer mir. Und glauben Sie mir, dieser Wutausbruch war mehr als nur berechtigt. Zumal ich zu bedenken gebe, dass wir seit einem Jahr außer Händchen halten nichts Intimes ausgetauscht hatten. Und vorweggenommen, Frau Eger, an mir lag das bestimmt nicht! Er wies mich ab mit den Worten: "Ein Mann will eine Frau erobern!" oder "Ich bin jetzt noch nicht so weit!" oder "Du scheinst mir sexsüchtig zu sein!" oder "Unsere Beziehung ist etwas Besonderes, wir haben doch alle Zeit der Welt!" Ich dachte mir, gut, Sandra, endlich mal ein Mann, der offensichtlich kein triebgesteuertes Wesen ist. Und so wartete ich weiter ab und redete mir die Zeit des Nicht-Alleinseins schön...

Nach einer Weile kam er dann in die Küche. Abgeschminkt und in Hemd und Hose stand er vor mir und versicherte mir: "Schatzi, das ist doch für eine Veranstaltung. Am Samstag findet in unserer Location eine Party für unseren schwulen Geschäftsführer statt. Und da hat sich unser Team diesen Verkleidungsspaß ausgedacht." Er sprach in seinem sonoren Singsang dann noch ungefähr eine Stunde auf mich ein. Ich weiß nicht mehr, ob es an seiner klangvollen Stimme lag oder an der Dauer seines Vortrages, jedenfalls hatte er es hinbekommen, mich zu besänftigen. Vorerst! Der Samstag kam. Er packte seine Barkeeper-Sachen und verabschiedete sich mit den Worten: "Schatzi, die Knöpfe an deiner Lederjacke habe ich befestigt. Die Jacke, Schatzi, kannst du jetzt wieder anziehen. Schatzi, bitte koche doch einige Buletten für mich, für heute Abend! Die schmecken immer so toll. Schatzi. Es wird spät! Tschüss, Schatzi!"
Ja, "Schatzi"

Beschreibung für Leser
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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