Amazing Grace

Amazing Grace

John Newton und die bewegende Geschichte seines weltbekannten Liedes

von Steve Turner

E-Book
Übersetzt von: Ulrike Zellmer
208 Seiten
2015 Brunnen Verlag Gießen
ISBN 978-3-7655-7187-9

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Kurztext / Annotation
Die spannende Geschichte des weltbekannten Liedes.
Amazing Grace - das beliebte Lied mit der eingängigen Melodie ist weltbekannt. John Newton schrieb die Verse vor über 200 Jahren im Rückblick auf sein teilweise verpfuschtes und zugleich abenteuerliches Leben, das in einer Sturmnacht auf hoher See die entscheidende Wende erhielt. Wer war dieser Mann, der die 'erstaunliche Gnade' Gottes so ergreifend rühmte? Lesen Sie seine Geschichte!

Steve Turner ist Musikwissenschaftler und Autor mehrerer Bücher. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in London.

Textauszug
Zwangsrekrutiert

Ich breche von England auf mit der guten Aussicht, mein Glück zu machen und gebe mich der Hoffnung hin, eines Tages in der Lage zu sein, Ihnen einen Heiratsantrag zu machen, wenn Sie bei meiner Rückkehr noch nicht anderweitig gebunden sind.

J OHN N EWTON , B RIEF AN M ARY C ATLETT , 1744

John Newton, ein siebzehnjähriger Seemann, stand im Frühjahr 1743 an Deck eines Schiffs, das vor der Küste Venedigs vor Anker lag. Soeben versank die Sonne hinter dem Horizont. Eine Gestalt trat aus dem Schatten, stellte sich vor ihn hin, hielt ihm einen Ring entgegen und drängte ihn, diesen anzunehmen. Wenn er ihn nähme und in Ehren hielt, würde er Glück und Erfolg im Leben haben. Sollte er den Ring jedoch verweigern oder verlieren, würde er von Unglück und Elend verfolgt werden. Newton nahm die Herausforderung an. Die Vorstellung, Herr über sein Schicksal zu sein, hatte ihn schon immer fasziniert.

Als der Überbringer des Rings in den Schatten zurücktrat, kam eine zweite unbekannte Gestalt auf ihn zu. Voller Verachtung sprach sie über die soeben gemachten Versprechungen und beschuldigte Newton, er sei unwissend und naiv. Wie sollte etwas, das so klein und unbedeutend war, Segen hervorbringen? Wie konnte er nur jemandem Vertrauen schenken, der keinerlei Beweise lieferte, dass seine Aussagen der Wahrheit entsprachen? Er gab Newton den Rat, solchem Aberglauben abzuschwören und sich von dem Ring zu trennen. Newton verteidigte sich, doch seine Argumente waren nicht tragfähig, und so zog er den goldenen Ring vom Finger und warf ihn in den Golf von Venedig.

In dem Augenblick, als der Ring im Wasser versank, schoss eine Feuerwand um die Stadt herum nach oben und erhellte den nächtlichen Himmel. Es war, als sei ein Mechanismus ausgelöst worden, der eine furchtbare Macht entfesselte. Als er den Ausdruck des Entsetzens auf Newtons schweißüberströmtem Gesicht sah, verriet ihm sein Ankläger mit selbstzufriedenem Grinsen, dass er nicht einfach einen Goldring weggeworfen hatte, der leicht ersetzt werden konnte, sondern all die Gnade, die Gott für ihn bereitgehalten hatte. Nun konnten seine Sünden niemals vergeben werden. John Newton hatte soeben seine einzige Chance zur Erlösung weggeworfen.

Als ihm aufging, was er getan hatte, erschien ein dritter Besucher. Sein Gesicht lag im Schatten, sodass Newton nicht erkennen konnte, ob es wieder ein anderer war oder, wie er vermutete, der ursprüngliche Ringträger. Newton bekannte aus freien Stücken, was er getan hatte und dass er auch um die schrecklichen Folgen seines Handelns wusste. Doch der Besucher war überraschenderweise verständnisvoll und fragte ihn, ob er anders handeln würde, wenn er noch einmal die Gelegenheit dazu erhielte.

Bevor Newton antworten konnte, sprang der Mann ins Wasser und tauchte mit dem Ring in der Hand wieder auf. Sogleich erloschen die Flammen rund um die Stadt. Der Ankläger, der die ganze Zeit im Hintergrund gelauert hatte, schlich geschlagen davon. Newton fiel ein Stein vom Herzen. Er trat zu dem Mann und wollte den Ring wieder an sich nehmen. Doch dieser zog ihn mit einer raschen Bewegung zurück. "Wenn ich dir diesen Ring wieder anvertraue, würdest du dich sehr bald wieder in dieselbe Bedrängnis bringen. Du schaffst es nicht, den Ring zu behalten, aber ich werde ihn für dich aufbewahren. Wann immer du ihn brauchst, werde ich ihn für dich hervorholen."

Als Newton viele Jahre später über diesen eindrucksvollen Traum nachdachte, erkannte er die geistliche Allegorie darin. Es handelte sich um die Geschichte seines Lebens - die goldene Gabe des Evangeliums, die er als Kind empfangen, aber angesichts von Spott und verlockenden Argumenten aufgegeben hatte, die zerstörerischen Folgen dieser Entscheidung und schließlich die Möglichkeit eines Neubeginns. Dieser Traum war so etwas wie eine letzte Warnung gewesen, das erkannte er im Rückblick. Damals jed

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