Reise Know-How KulturSchock Chile

Reise Know-How KulturSchock Chile

von Cindy Schönfeld

E-Book
Reihe: Reise Know-How Band , Andere Länder, andere Sitten Band
276 Seiten
2018 Reise Know-How Verlag Peter Rump
ISBN 978-3-8317-4081-9

11.99 EUR
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Kurztext / Annotation
Von Europa aus gesehen liegt Chile am Ende der Welt, eingebettet zwischen den Anden und der Pazifikküste. Auch die Chilenen selbst verorten sich im letzten Winkel der Erde, 'El último rincón del mundo', und stimmen gern Lobeshymnen auf die Superlative ihres Landes an, das als eines der sichersten Länder mit der dynamischsten Wirtschaft und dem rebellischsten Volk in Südamerika gilt.
In Chile liegen moderne Wirtschaftsstrukturen und extreme Armut oft eng beieinander, katholisch-konservative Werte stehen indigenen Einflüssen gegenüber. In Chile ist man es gewohnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. So fordert heute die junge Generation die neoliberalen Hinterlassenschaften der Militärdiktatur Augusto Pinochets heraus - singend und tanzend. Die Autorin setzt sich mit all diesen gesellschaftlichen Konflikten auseinander. Anhand von Fakten und persönlichen Erlebnissen wirft sie einen Blick hinter die Andenkulisse und berichtet von den Menschen, ihren Gewohnheiten und ihrem Alltag.
Liebenswert und gelassen machen es Chilenen dem Besucher leicht, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Dabei bewähren sich die vielen im Alltag gesammelten Verhaltenstipps aus diesem Buch.

Dazu: 10 Seiten Verhaltenstipps von A bis Z mit vielen Hinweisen für angemessenes Verhalten, Verweise auf ergänzende und unterhaltsame Multimedia-Quellen im Internet, Literaturempfehlungen zur Vertiefung ...

Aus dem Inhalt:

- Vielfalt in der Einheit: indigene Völker zwischen Tradition und Moderne
- Global Player Chile: Wirtschaftsjaguar oder Raubtier?
- Wa(h)re Bildung: küssend und tanzend für ein gerechtes Bildungssystem
- Das Land der starken Frauen: von Machos, Mamas und Karriere u.v.m.
- Chilenen verstehen: Gesten, Verhalten, Mentalität

KulturSchock - die besonderen und mehrfach ausgezeichneten Kultur-Reiseführer von REISE KNOW-HOW. Fundiert, unterhaltsam und hilfreich im fremden Alltag unter dem Motto: Je mehr wir voneinander wissen, desto besser werden wir einander verstehen.

REISE KNOW-HOW - Reiseführer für individuelle Reisen

Cindy Schönfeld, geboren 1978 in Torgau, studierte Konferenzdolmetschen in Leipzig. Seit 2005 ist sie regelmäßig in Südamerika tätig und lebte mehrere Jahre in Chile. Dort koordinierte sie für eine chilenische Stiftung Bildungsprojekte im Norden des Landes, bildete später 2600 km weiter südlich zukünftige Dolmetscher an der Universität von Concepción aus, engagierte sich im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und dolmetschte für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Gemeinsam mit ihrem Mann verfasste sie einen Wanderführer für Nordchile, den die chilenische Regierung 2009 herausgab. Heute lebt sie in Hamburg als freie Dolmetscherin und Übersetzerin für Englisch, Portugiesisch und Spanisch. Das Pendeln zwischen den Kulturen ist ihr täglich Brot, wobei kaum eine Begegnung ohne den einen oder anderen Kulturschock vergeht.

Textauszug
Verhaltenstipps A-Z

Anrede: In Chile ist man schnell beim "Du", meist auch ohne besondere Absprache. Junge Leute, Freunde, gute Bekannte und Kollegen duzen sich sowieso, Ältere die Jüngeren und auch unter Unbekannten auf der Straße ist es nicht ungewöhnlich. Gleichwohl ist Usted, das "Sie", die korrekte und bei einer Vorstellung übliche Form. Im Zweifelsfall ist man mit Usted auf der sicheren Seite (mehr dazu ab Seite 237).

Armut und Bettelei: Auf Bettler trifft man in Chile meist vor Kirchen oder an Busbahnhöfen, ansonsten nimmt die Bettelei kreativere Formen an. Beschönigend werden freiwillige Gaben auch "Trinkgeld" genannt. So verdingen sich propineros (Trinkgeldverdiener) an den Kassen der Supermärkte als Einpacker oder auf Parkplätzen, wo sie auf Fahrzeuge aufpassen und diese auf Kundenwunsch auch waschen. Nicht nur, dass propineros Unternehmen kostenfrei zur Verfügung stehen, sie zahlen sogar Abgaben in Form einer Art Standgebühr pro Tag. Meist handelt es sich um junge Leute, Senioren oder Arbeitslose, die sich mit "Trinkgeldern" einen Zuerwerb für ihre Ausbildung oder ihr täglich Brot verdienen (müssen). Zwischen 100 und 500 Pesos (15 bis 70 Cent) liegen die bereitwilligen Gaben. In Cafés, Straßenimbissen und Bussen trifft man zudem häufig auf "ambulante Händler", Musiker oder Gaukler. Sie bieten mit Kleinwaren - von Heftpflastern bis zu orthopädischen Stützstrümpfen - so ziemlich alles feil, singen, musizieren, tragen Gedichte vor oder erzählen Witze. Schließlich bitten sie um etwas Geld. Während man in Europa als Geringverdiener, Arbeitsloser oder Alleinerziehender auf staatliche Unterstützung zählen kann, springt man in Chile in einen Bus und verkauft Eis am Stiel, bis man das Abendessen für die Familie zusammen hat. Hier zu kaufen und zu geben, löst nicht das Problem der verdeckten Arbeitslosigkeit, doch man kann darauf vertrauen, damit etwas Gutes zu tun. Mehr zu den Hintergründen im Abschnitt "Land der Lohnarbeiter" ab Seite 132.

Begrüßung und Verabschiedung: Wo sich das Deutsche mit einem Telegrammstil begnügt, fallen Begrüßung und Abschied auf Chilenisch weit wortreicher und herzlicher aus. Frauen werden stets zuerst begrüßt und geküsst, denn zu einer chilenischen Begegnung gehört ein flüchtiger Kuss auf die linke Wange. Auch chilenische Männer kommen sich näher als deutsche: per Händedruck, der oft mit einem leichten Schulterklopfen einhergeht. Mehr dazu ab Seite 238.

Behörden und Polizei: Beamte und Polizisten arbeiten sehr korrekt und genießen Achtung in der Bevölkerung. Korruption in geldlicher Form ist nicht weit verbreitet und ein zugesteckter Geldschein kann Ermittlungen wegen versuchter Bestechung nach sich ziehen und ist daher besser zu unterlassen. Als Tourist oder Neuankömmling fördert mitunter der Umstand, Ausländer zu sein, Entgegenkommen. Üblicherweise ebnen pitutos, "gute Freunde" bzw. Vitamin B, behördliche Wege. Weiteres hierzu in den Abschnitten "Freundschaftsdienste" ab Seite 235 und "Polizei" ab Seite 250.

Bekleidung: Auf ein gepflegtes Äußeres wird großer Wert gelegt. Abgesehen von Klima und Jahreszeit bemisst sich die Kleidung nach Sozialstatus, Beruf und natürlich dem Anlass. Grundsätzlich setzt man auf eine gediegene, solide Garderobe und gibt sich eher formell. In den Büros und Amtsstuben dominieren Anzug und Krawatte bzw. Kostüm bei den Damen, welches selbst bei hohen Temperaturen eisern geund ertragen wird. Bei allzu freizügiger europäischer Sommermode sollte man vorsichtig sein, denn im eher zurückhaltenden Chile könnte das mit hochgezogenen Augenbrauen kommentiert werden. Mehr hierzu im Kapitel "Sauberkeit und Ästhetik" ab Seite 212.

Demonstrationen: Seit 2011 gehen immer mehr Bürger auf die Straße und ma

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