Alfred Delp

Alfred Delp

Im Widerstand gegen Hitler

von Rita Haub

E-Book
156 Seiten
2015 Topos
ISBN 978-3-8367-5018-9

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Kurztext / Annotation
Der Jesuitenpater Alfred Delp (1907-1945) gehörte dem 'Kreisauer Kreis' an, einer Gruppe von Gegnern des Naziregimes, die mitten im Krieg die künftige Gesellschaftsordnung für Deutschland vorbereiteten. Er wurde bald zum Inspirator und zur führenden Persönlichkeit dieser Gruppe. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Delp wie die anderen "Kreisauer" verhaftet. Am 2. Februar 1945 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Alfred Delp gehört zu den großen Blutzeugen des 20. Jahrhunderts und zu einer der beeindruckendsten Gestalten des Widerstands gegen die Nazi-Diktatur.

Rita Haub, geb. 1955, Dr. phil., Studium der Musikgeschichte und Geschichte; Leiterin des Referats Geschichte und Medien der deutschen Provinz der Jesuiten.

Textauszug
II. Alfred Delp - Stationen seines Lebens

Kindheit und Jugend

Kindheit

Friedrich Alfred Delp wurde am 15. September 1907 in Mannheim als ältester Sohn des evangelischen Kaufmanns Johann Adam Friedrich Delp (1876-1958) und seiner katholischen Frau Maria, geborene Bernauer (1881-1968), geboren und zwei Tage später - auf Wunsch der Mutter - in der katholischen Oberen Pfarrei zu Mannheim getauft. Die Familie Delp wohnte zunächst in Hüttenfeld, einem kleinen Ort nördlich von Mannheim, wo der Vater in der Dienststelle der Ortskrankenkasse Bensheim tätig war. 1914 zog die Familie, die inzwischen fünf Kinder - zwei Jungen und drei Mädchen - hatte, in das nahe gelegene Lampertheim um, wo 1921 noch ein weiterer Sohn zur Welt kam. Im Kreis seiner Eltern und Geschwister verbrachte Alfred eine frohe Kindheit.

In der Volksschule in Hüttenfeld, nach 1914; Alfred Delp: in der Mitte der vordersten stehenden Reihe

Als Alfred 1914 in Lampertheim eingeschult wurde - ein Jahr zuvor hatte er in Hüttenfeld eine konfessionell gemischte Volksschule besucht -, bestand der Vater darauf, dass er die evangelische Volksschule besuchte, um eine evangelische Erziehung sicherzustellen. Doch nahe der Wohnung der Familie Delp lag die katholische Pfarrkirche, und Alfred hielt sich oft im Pfarrhaus bei Pfarrer Johannes Unger (1886-1935) auf. In ihm fanden die Delp-Kinder einen väterlichen Freund, gerade in den Jahren, in denen der Vater im Krieg oder bei der Reichswehr war. Vater Delp kehrte erst um 1920 endgültig vom Militär heim. Die Mutter, gebürtig aus dem Odenwald, die vor ihrer Ehe als Köchin in einem Offiziershaushalt gearbeitet hatte, musste so in den wirtschaftlich schweren Zeiten allein für die große Familie sorgen und arbeitete in der Verwaltung eines Gutshofes in Lampertheim, um für alle Kinder genügend Lebensmittel zu erhalten. Sie gab diese Tätigkeit erst 1921 mit der Geburt des jüngsten Sohnes auf.

Da Alfred 1921 konfirmiert werden sollte, nahm er am Konfirmandenunterricht teil und fiel durch seine bei der Konfirmation üblichen Vorstellung im Gemeindegottesdienst durch seine klugen Antworten auf. Eine kleine Auseinandersetzung mit dem evangelischen Pastor Rudolf Eckel (1875-1929) - er kam zu spät in die Religionsstunde und erhielt daraufhin eine Ohrfeige - führte jedoch dazu, dass Alfred sich zwar am 28. März 1921 konfirmieren ließ, sich dann aber, da jetzt religionsmündig, für die katholische Konfession entschied. Am 19. Juni 1921 empfing er - durch Pfarrer Unger persönlich vorbereitet - in Lampertheim die Erste Heilige Kommunion. Am 28. Juni 1921 wurde er durch Bischof Ludwig Maria Hugo (1871-1935) bei der allgemeinen Firmung in Lampertheim gefirmt. - Diese Wende, von Delp rückwirkend beschrieben mit als ich zur katholischen Kirche kam und deshalb oft fälschlicherweise als Konversion bezeichnet, brachte Delp auf einen neuen Weg seines Lebens mit vielen Chancen. Er wurde zum sozialen Aufsteiger. Gerade deshalb behielt er sein ganzes Leben lang eine große Sensibilität für die soziale Frage und für die Ökumene.
Gymnasium

Dieser Eigensinn eines gekränkten Jugendlichen zog seine Konsequenzen nach sich: Mutter Delp, die schon bisher mit dem katholischen Pfarrer zusammen für die religiöse Erziehung ihrer Kinder gesorgt hatte, legte nun gesteigerten Wert darauf, dass Alfred "richtig" im katholischen Glauben erzogen wurde. So wurde er nach Ostern 1922 in das bischöfliche Konvikt nach Dieburg und in das dortige humanistische Gymnasium geschickt. Auch hier stand Pfarrer Unger helfend bei - sowohl Mutter Delp, für die er die nötigen Kontakte knüpfte, als auch Alfred, den er mit Nachhilfeunterricht in Latein und Griechisch so gut auf das Gymnasium vorbereitete, dass dieser nach glänzend bestandener Aufnahmeprüfung für die Untertertia sogleich in die Obertertia au

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Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Die Historikerin Dr. Rita Haub, geb. 1955 in München, stand 1996-2004 dem Archiv der Jesuiten in München vor. Seit 2004 leitet sie das Referat Geschichte & Medien der Deutschen Provinz der Jesuiten in München. Die Autorin zahlreicher Bücher ist auch als Zeitschriftenredakteurin, Ausstellungsleiterin und Dozentin tätig.

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