Im Anfang war das Feld: Über die schöpferischen Kräfte des Lebens

Im Anfang war das Feld: Über die schöpferischen Kräfte des Lebens

von Judy Cannato

E-Book
224 Seiten
2020 Crotona Verlag
ISBN 978-3-86191-182-1

13.99 EUR
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Kurztext / Annotation
Judy Cannato setzt jenen Weg fort, den einst Teilhard de Chardin eingeschlagen und später Rupert Sheldrake ausgebaut hat: Sie zeichnet die Blaupause für eine biologische Theologie oder eine theologische Biologie . Wenn Sheldrake von morphogenetischen Feldern spricht, dann entwickelt sie diesen Gedanken zu einem Feld des Mitgefühls weiter. Ein Feld , das alle Lebenskräfte umfängt und trägt und das letztlich die Gewähr bietet, dass die ganze Schöpfung wieder zu ihrer eigentlichen Bestimmung findet. Judy Cannatos große Schau von der Einheit allen Lebens bleibt aber nie nur im Poetischen oder nur im Wissenschaftlichen oder nur im Theologischen - sie hebt alle drei Bereiche auf eine höhere Ebene. Als unabhängig denkender und beobachtender Mensch gelingt es ihr so, eine Perspektive für eine naturwissenschaftlich-spirituelle Gesamtschau des Lebens aufzuzeigen. Ein weiterer Pfeiler für jene große Brücke, die den Abgrund zwischen Naturwissenschaft und Mystik überwinden wird!

Textauszug
Kapitel 1

DIE BEDEUTUNG VON GESCHICHTEN

Wir befinden uns in einem Lebensgewebe. Was unser Blut durchströmt, strömt auch durch die wirbelnden Galaxien und die unzähligen Lebensformen, die diese Erde erfüllen: Ein und derselbe evolutionäre Strom durchläuft alles - ein einziger, selbst-transzendierender Strom alles erfüllender Energie, der aus scheinbarer Katastrophe neues Leben bringt.

ILIA DELIO

Dies wissen wir. Die Erde gehört nicht den Menschen. Die Menschen gehören der Erde. Dies wissen wir. Alles ist miteinander verbunden. Alles, was der Erde widerfährt, widerfährt auch den Menschen der Erde. Wir haben das Lebensnetz nicht geknüpft. Wir sind darin nur ein Faden. Alles, was wir dem Netz antun, tun wird uns selbst an.

CHIEF SEATTLE

Erzähle die Geschichte, der Erde flüstere sie zu, berühre die Augenblicke, wie neu geboren bist du. Schmecke die Wunder, die Düfte, das Bangen, Erkenne den Nachhall der Liebe in allem.

MIRIAM MARTIN, P.B.V.M.

Wir begreifen unser Leben in und durch Geschichten. Manche Geschichten, die wir leben, sind archetypisch, also von universeller Tragweite, und wir haben sie mit vielen anderen gemein. Diese Geschichten leiten unsere Kulturen und gesellschaftlichen Gruppierungen. Oft unausgesprochen, sind sie das Knochengerüst, an das wir das Fleisch unseres Lebens heften. An ihnen richtet sich unsere Wahrnehmung aus, sie sind Grundlage unserer Ziele und helfen uns, einen Sinn im Leben zu finden. Sie leiten unsere moralischen Entscheidungen an und geben vor, wie wir in Beziehung treten.

Außer archetypischen Geschichten haben alle Menschen auch höchst persönliche Narrative, die wir gestaltet haben, um zu erzählen, wer wir sind und was uns dazu gemacht hat. Die Eltern und Geschwister, die unsere frühe Kindheit erfüllt haben, unsere Erfolge und Misserfolge, die Geburten und Todesfälle, die Traumata und die Träume, Liebe und Verrat - alles zusammen verflicht sich zu der Geschichte, die sowohl bewusst als auch unbewusst all unser Tun und Lassen beeinflusst. Man kann unser Leben als ein Kompositum aus Geschichten betrachten - aus den archetypischen, universellen Geschichten, die wir kollektiv erleben, und aus den individuellen, einzigartigen Geschichten, die mit unserem persönlichen Leben entstanden sind.

Ob ausgesprochen oder unausgesprochen, Geschichten sind mächtige Behältnisse für unsere Lebensenergie. Tag für Tag leben wir aus unseren Geschichten heraus, und so wie wir immer wieder auf ihren Einfluss reagieren, stellen wir fest, dass sich allmählich Rituale herausbilden. Manchmal sind sie recht förmlich, etwa wenn wir mit einer Gemeinde eine liturgische Feier begehen. Zumeist aber sind sie überhaupt nicht förmlich, sondern einfach unsere Denk- und Handlungsgewohnheiten, die wir entwickeln, wenn wir Tag um Tag unsere persönliche Geschichte leben.

Geschichten geben aber nicht nur rituellem Handeln eine Form, sondern versorgen uns auch mit Bildern - die wiederum die Macht haben, uns tiefer in sie hineinzuziehen. Manche Bilder sind etwas formeller und Energieträger für eine Gemeinschaft, etwa das Kreuzsymbol oder das Yin-Yang-Zeichen, oder ein realer Ort, der mit einer kollektiven Erinnerung verbunden ist. Diese formellen Symbole haben archetypische Bedeutung für eine Gemeinschaft. Sie fassen unsere tiefsten Erfahrungen als Menschen ebenso wie sie sie prägen. Andere Bilder sind persönlicher und typisch für unsere individuellen Erfahrungen. Dabei kann es sich um physische Gegenstände, Orte oder innere Visionen handeln, die dazu beitragen, unsere Energie und die Entscheidung, woran wir uns binden, in einer Weise zu organisieren, die im Bezug zu einer größeren Gemeinschaft stehen kann, aber nicht muss. Dennoch sind sie wirkmächtig, weil sie unser Sein betreffen und neben anderem ausmachen, wer wir sind und wie wir leben.

Bilder beschäftigen unseren Geist auf interessante Weise. Wenn ich zum Beispiel sage "Denke nicht an

Beschreibung für Leser
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