Stirb nicht in der Schlacht auf Schalke!

Stirb nicht in der Schlacht auf Schalke!

von Ulrich Müller

E-Book
270 Seiten
2014 AtheneMedia-Verlag
ISBN 978-3-86992-228-7

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Kurztext / Annotation
Der Fußball-Roman - Über die komplizierte Psyche eines gereiften Fußball-Helden und intime Einblicke in das Millionengeschäft - teils witzig und teils spannend. - - Deutschland nach dem Ende des 'Sommermärchens': Henrik Ulrich, von allen liebevoll 'Professor' genannt, ist Fußballprofi bei einem Bundesligaverein und hat mit 29 Jahren den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Merkwürdigerweise nutzt der Nationalspieler und Ferrari-Fahrer für die Reise aus seinem spanischen Urlaubsdomizil zurück nach Berlin ab München die Deutsche Bahn, um auf dem Weg über Ulm seine ehemaligen Vereine in Stuttgart, Frankfurt und Köln zu besuchen. - - Was will der Protagonist bei der Konkurrenz? - - Als er nachts in Berlin ankommt, liegt ihm ein gigantisches 12-Millionen-Angebot vor. Nachdem er mit Prominenten vom Fach in einer mehr als absurden Fernseh-Talkshow über die Gründe des Fußballfiebers diskutiert hat, entschließt sich Ulrich 'schweren Herzens', seinen wohl größten und letzten Vertrag zu unterschreiben - zum Entsetzen seines Trainers. Doch dann geschieht etwas für ihn völlig Unerwartetes... -

Dr. Ulrich Müller, geboren 1956 in Löhne (Westfalen), studierte Musik, Germanistik und Philosophie. Er lebt seit 1982 in Berlin, wo er als Gymnasiallehrer und freier Autor arbeitet. Sein Werk umfasst viele Aufsätze in Fachzeitschriften sowie mehrere Bücher, u.a. Kunst und Rationalität (Philo 2001), Theodor W. Adornos Negative Dialektik (WBG 2006); bei Alkyon erschien der Roman Kopfsonate. Ulrich Müller ist promovierter Philosoph und Fan von Hertha BSC Berlin.

Textauszug
Am Anfang war der Fußball

1.

Der Rasen der Arena sieht aus wie Holzwolle auf einer Opernbühne, aber wir Berliner merken es nicht: Ängstlich rücken unsere Abwehrreihen auf dem Pappboden zusa m men, schützen das Tor mit tiefen Grätschen gegen den müden Millionensturm der Münchener, kri e chen bestürzt durch das Luftkissenboot auf den Feldern von Fröttmaning, in dem uns als Rennpfe r de auftretende Jahrmarktponys in vorgebeugter Wildentenflughaltung heimlich auf dem Training s platz einstudierte Ballstafetten aufdrängen, und stranden schließlich am späten Nachmittag in einem der aus dem Boden gestampften Fernsehstudios, wo uns in unsichtbaren Gläsern künstliche Getränke serviert werden, die auf der Zunge den faden Geschmack von Sek t schorle hinterlassen, wie sie Filmschauspieler in ihren Drehpausen schlürfen. Hinter dem in der ster i len Einrichtung wie ein Papagei im Zoogehege sich gebärdenden Moderator geben mir die Schei n werfer, die so aussehen, als hätten gewitzte Bengel einer Kindertagesstätte sie aus Plasti k bausteinen zusammengesetzt, und die Torstangen, die mit der sanft for t schreitenden Nachmittagsdämmerung unmerklich verschmelzen, das Gefühl, eine dieser Spielzeugfiguren auf Wei h nachtsmärkten zu sein, ein verirrter Besucher einer Welt aus Nus s knackern und in Edelmarzipan gehüllten Mausekönigen, die Helden und Kaiser nachahmen, in einem als UFO gebauten Fußbal l stadion, das aus der Ferne einem riesigen Autoreifen ähnelt, der mal rot, mal blau leuchtet.

Ich war einmal mit Diana in Barcelona gewesen und hatte größte Mühe gehabt, aus dem Mannschaftshotel herausz u kommen, derart irritiert war ich über diesen mystischen Starkult gewesen, den die Spanier bibelernst zu nehmen schienen, während sie sich in der milchigen Sonne der Stadio n scheinwerfer, die ein kaltes Zahnarzt-Licht aussandten, mit den Vereinsfarben einschmierten. Von einer Religiosität, die mich abstieß, ans Zimmer gefesselt, schaffte ich es g e rade noch, in ein Badehandtuch eingewickelt, das die Risswunden an Knie und Oberschenkel der Besichtigung prei s gab, den Balkon zu betreten, um der frenetisch feier n den Fan-Gemeinde dort unten den Kämpfertyp vorzuführen, den sie in einem Gewimmel von Fa h nen und Schals mit gepfefferten Spruchsalven als Fußballgott feierte. Nachts hielt mich der Gedanke an den Giganten Nou Camp , an das in Stie r kampfatmosphäre gebettete Trommelfeuer der Barca -Anhänger unter me i ner Schädeldecke, von der Liebe ab, die ich eigentlich mit Diana machen wollte, die bereits an den Weichteilen meiner Unterwelt arbe i tete, während ich dieselben gerade mit Bratpfannenhänden gegen Freistoßbomben der Ei n he i mischen zu schü t zen wähnte.

Jahre später landete ich mit dem Mannschaftsflieger in Madrid und ve r spürte genau in dem Augenblick, da wir die Flughafenhalle von Barajas betraten, den unerklärl i chen, aber starken Wunsch, dich in einer Traube schwarzhaariger Madrileninnen ausmachen zu können, die verführerisch und stolz wie Venusstatuen dastanden, in deren prallen Arsc h backen die unbefriedigte Geilheit hauste. Ich sah mich auf eine Bank zusteuern und den Platz zwisch

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