Inselgewitter

Inselgewitter

von Hans-Ulrich Lüdemann

E-Book
129 Seiten
2014 AtheneMedia-Verlag
ISBN 978-3-86992-233-1

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Kurztext / Annotation
Psychologischer Roman aus der Sicht eines 12-jährigen: Eine...Kriminalgeschichte: Der ehemalige Leiter des VEB plastboot ist nun Geschäftsführer der German shipping GmbH. Auf dem letzten gemeinsamen Urlaub der Belegschaft auf einer Ostseeinsel findet man den Geschäftsführer plötzlich tot; alles deutet auf einen Mord hin. Das große Misstrauen greift um sich, wobei die versteckten Emotionen und Aggressionen der Belegschaftsmitglieder zum Vorschein kommen. Dabei spielt nicht zuletzt die ungewohnte Konkurrenzsituation auf dem freien Markt, Versuche zur Abwerbung und zur Übernahme der Firma eine Rolle...

Hans-Ulrich Lüdemann, studierte Sportwissenschaften und Germanistik. Bis 1969 arbeitet der Autor im Verlag Junge Welt Berlin (DDR). Er war u.a. tätig als Journalist, TV-Kameramann und Schriftsteller. 1977 erleidet Hans-Ulrich Lüdemann einen Unfall, der ihn zeitlebens an den Rollstuhl fesselt. Lüdemann ist Autor von 20 Hörspielen und 28 Buchtiteln sowie ausgewiesener Szenarist von TV-Filmen.

Textauszug

Herr Schwarz schlug ärgerlich mit der flachen Hand auf den Tisch: "Kontaktbereichsbeamter Hauptwachtmeister Schwarz als Detektiv? Deine Phantasie geht mit dir durch, Ge r da!"

"Wenn ich deine Fachzeitschriften bezahlen darf, Roland, dann lese ich sie auch. Wenigstens hin und wieder", antwortete Frau Schwarz mit ironischem U n terton.

Roland Schwarz antwortete nicht. Er überlegte. Um Zeit zu g e winnen, trank er seinen Kaffee. Dann erkundigte sich Jans Vater: "Wissen die anderen schon Bescheid, Fridjof?"

"Einige, Herr Hauptwachtmeister."

Ein Fensterflügel des Bungalows quietschte. Frau Schwarz stür z te zum Vorhang und zog ihn beiseite. "Jan?!" Ihren Mann anbl i ckend, hob Gerda Schwarz die Schultern und liess sie wieder fallen. Als wollte Jans Mutter sagen: Siehst du, jetzt hat er es doch g e schafft!

"Wer hat den Toten gefunden, Fridjof?", fragte Herr Schwarz.

"Fräulein Berthold."

Frau Schwarz stieß plötzlich einen leisen Schrei aus, so dass be i de Männer sichtlich erschrocken zusammenfuhren: "Und Ottos Frau? Mein Gott! Jemand muss sich doch um die Arme kümmern, Roland!"

Fridjof kratzte sich den Hinterkopf. "Die Sache ist die - bislang hat sie ke i ner gesehen."

"Brümmers Frau ist also weg?"

Der Alte nickte.

Hauptwachtmeister Schwarz pfiff durch die Zähne. Als seine Frau ihm einen missbilligenden Blick zuwarf, räusperte er sich ve r legen. Dann verließen be i de Männer den Bungalow.

Verstört blieb Gerda Schwarz am Frühstückstisch sitzen. Was wusste man eigentlich über Frau Brümmer? Otto Brümmer, dieser Name war ein Begriff, aber Frau Brümmer?

14

"Mach mal die Fenster zu, Junge!", rief Herr Langhans, den Lärm seines alten Elektrorasierers übertönend.

Die Mutter nahm Rolf das Frühstückstablett aus den Händen und er lief zum Fenster. Der Junge unterdrückte einen Wu t schrei: jemand hatte seine Schilfrohrflöte als Stopper b e nutzt! Durch das Öffnen der Bungalowtür war kräftiger Luftzug entstanden und hatte die Läden zuschwingen lassen! Mit aller Vorsicht, als wäre das Instrument noch zu retten, befreite Rolf seine geknickte Schilfrohrflöte aus dem Scharnier. Er setzte das Mundstück an die Lippen, aber kein Ton liess sich entlocken. In diesem Augenblick betrat Chris den Bung a low und die Fenste r flügel schlugen erneut zu.

"Hab ich das nicht gerade gesagt!", fuhr Herr Langhans herum. Weil der Vorhang aufgezogen war, schaute er wütend zu seinem Sohn hinüber. "Steht neben dem Fenster rum wie ein Ölgötze!"

Rolf rührte sich noch immer nicht von der Stelle. Die Mutter kam näher:

"Was ist denn, Junge?"

Rolf hielt der Mutter die Rohrpfeife hin. In seinen A u gen glänzte es feucht.

"Hast du das zwischen die Fenster gelegt?", wandte Frau Lan g hans sich an ihren Mann.

"Das Stück Holz?"

"Das ist kein Stück Holz! Herr Fridjof hat diese Flöte g e schnitzt und mir geschenkt!", rief Rolf zornig.

"Das hat Vati doch nicht mit Absicht getan", versuchte die Schwester zu vermitteln und setzte sich an den Tisch.

"Da hab ich aber was von!", reagierte Rolf grob

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Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Hans-Ulrich Lüdemann, geboren 1943 in Greifswald/Vorpommern. Studium des Sports und der Germanistik. Von 1966 - 1969 Arbeit im Verlag Junge Welt Berlin. Danach freischaffender Journalist, TV-Kameramann und Schriftsteller. 1977 durch einen Unfall (während seines NVA-Wehrpflichtdienstes) in den Rollstuhl gezwungen. Veröffentlichungen für Kinder und Erwachsene, eines autobiographisch geprägte Romans sowie von Hörspielen. Der Autor hat sich auch als Szenarist von Fernsehfilmen (nach eigenen Kinderbüchern) ausgewiesen; seine Weltreisen fanden in seinen Publikationen ihren Niederschlag.

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