Der schweigende Krieg

Der schweigende Krieg

von Joe Tyler

E-Book
Reihe: Novo Books Band
ab 14 Jahre
2019 Novo Books im vss-verlag
ISBN 978-3-96127-187-0

2.99 EUR
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Hauptbeschreibung
Jake Heath ist privater Ermittler in Carthago, einer Stadt auf dem fernen Planeten Simealis. Sein Büro wird von Jalousetten beschattet, durch dessen Ritzen die Sonne Lichtbahnen wirft. Der Blick aus dem Fenster zeigt die unermüdlich befahrene Thunston Avenue. In seinem Vorzimmer sitzt die hübsche, sich äußerst modisch aber old fashioned kleidende Yolanda Prescott. Er ist ein Ermittler nach bester Manier der Hardboiled-Tradition der 1940er – nur nicht auf der Erde. Und das bedeutet: Alles ist möglich!
Heath wird beauftragt, eine vermisste Person zu finden, und weil man ihm in Aussicht stellt, dafür den Mörder seines Bruders zu nennen, macht er sich sofort an die Arbeit. Er ist erfolgreich, doch der Fall weitet sich zu einer planetenweiten Katastrophe aus – und plötzlich steht sehr viel mehr auf dem Spiel, als sein eigenes kleines Leben, seine eigenen kleinen Interessen. Denn auf dem Planeten tobt seit Jahren unbemerkt der schweigende Krieg.

Packendes Crossover aus Science-Fiction und Hardboiled-Krimi,

Kurztext / Annotation
Jake Heath ist privater Ermittler in Carthago, einer Stadt auf dem fernen Planeten Simealis. Sein Büro wird von Jalousetten beschattet, durch dessen Ritzen die Sonne Lichtbahnen wirft. Der Blick aus dem Fenster zeigt die unermüdlich befahrene Thunston Avenue. In seinem Vorzimmer sitzt die hübsche, sich äußerst modisch aber old fashioned ...

Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Joe Tyler ist Autor von Action-Abenteuerromanen im Western- und Science Fiction-Bereich. Er hat Erfahrung in einigen Genres gesammelt und Krimis, Kurzgeschichten und vier Jugendbücher verfasst.

Textauszug
ALS ICH am Montagmorgen mein Büro betrat, hatte der Schwarze Schatten schon auf dem Besucherstuhl Platz genommen.
»Sie können gleich wieder gehen«, sagte ich. »Ich arbeite nicht für Schwarze Schatten.«
»Aber Sie kennen mich nicht.«
»Egal.«
»Und Sie wissen nicht, worum es...«
»Scheiß drauf.«
»Und wenn ich Ihnen das doppelte be...«
»Nein.«
Der Schwarze Schatten schien einzusehen, dass er bei mir auf Granit biss. Zaghaft erhob er sich und trat zur Tür. Bevor er hinausging, wandte er sich noch einmal um.
»Und wenn ich...«
»Raus!«, brüllte ich.
Er zuckte zusammen und verließ fluchtartig mein Büro.
Durch die Tür hörte ich ihn gedämpft mit Yolanda Prescott, meiner Sekretärin reden.
»Er ist bei weitem nicht so verständnisvoll, wie Sie mir weisgemacht haben«, sagte der Schwarze Schatten vorwurfsvoll.
»Nicht? Hmm. Und ich dachte, er hätte inzwischen vergessen, dass sein Bruder von einem der Ihren ermordet wurde.«
»Was bestimmt eine Tragödie war – aber ich hatte nichts damit zu tun. Hat man den Mörder denn gefasst?«
»Ach, wissen Sie … Ihr Schwarze Schatten seht für uns Menschen alle gleich aus. Man konnte den Täter nie ermitteln.«
»Und wenn ich Ihnen das besagte Individuum lieferte? Wenn ich Mr. Heath den Namen des Schwarzen Schattens, der seinen Bruder ermordet hat, nennen würde?«
»Ich denke, das würde nichts mehr daran ändern. Jetzt, nachdem klar ist, dass er nichts von all dem vergessen hat, ist er bestimmt froh, wenn Sie das Büro verlassen, Mr. Schwarzer Schatten. Und ich denke, das sollten Sie jetzt besser tun.«
»Nicht so hastig!«, rief ich von der Tür her, die ich aufgerissen hatte. »Sie können mir den Namen des Mörders nennen?«
Der Schwarze Schatten wandte sich mir zu, und wie immer, wenn solch ein Wesen sich auf einen Menschen fixierte, lief mir ein eisiger Schauer über den Rücken.
»Ich könnte ihn in Erfahrung bringen«, sagte er.
»Na gut, kommen Sie in mein Büro.«
Er tat es und setzte sich wieder auf den Besucherstuhl. Ich nahm ihm gegenüber auf der anderen Seite des Schreibtischs Platz.
»Nun, Mr. Schwarzer Schatten …«, begann ich.
»Mein Name ist Tirr Kat. Tirr Kat.«
»Mr. Kat«, wiederholte ich. »Sie sagen, Sie können mir den Mörder meines Bruders nennen.«
»Ich müsste ein bisschen unter Meinesgleichen herumfragen, aber ich kann ihn bestimmt in Erfahrung bringen.«
»Dann tun Sie das, und wenn Sie ihn kennen, kommen Sie wieder.«
»Und Sie werden inzwischen nach meiner kleinen Schwester suchen?«, fragte er hoffnungsvoll.
»Darum geht es Ihnen also – um Ihre Schwester?«
Der Schwarze Schatten nickte. »Ihr Name ist Mirahi Lak.«
»Wurde sie entführt?«
»Nein. Sie ist mit einem Mann durchgebrannt. Mit einem Menschenmann.«
»Sie scherzen. Was sollte ein Menschenmann mit einer Schwarzen Schattenfrau anfangen?«
»Oh, wir können sehr leidenschaftlich sein, Mr. Heath.«
»Aber dieses schwarze, ölige Äußere, das Ihre Spezies charakterisiert … kein Mann kann davon sexuell erregt werden.«
»Sagen Sie das nicht so leichtfertig, Mr. Heath. Manche Menschen stellen sich einfach eine Menschenfrau in schwarzes Latex gehüllt vor, und dann…«
»O mein Gott! Hören Sie auf.«
»… dann geht’s richtig zur Sache. Sie stecken Ihren…«
»Ich sagte, Sie sollen aufhören! Also, wann kann ich mit dem Namen des Burschen rechnen, der meinen Bruder auf dem Gewissen hat?«
»Morgen. Spätestens übermorgen.«
»Gut, gut. Kommen Sie morgen wieder. Wenn Sie mir den Namen nennen, werde ich mich auf die Suche nach Ihrer Schwester machen.«
Der Schwarze Schatten zögerte. »Ich fürchte, es wird ein Zug-um-Zug-Geschäft sein müssen.«
»Was soll das bedeuten?«
»Ich will damit sagen, dass Sie mir den Aufenthaltsort meiner Schwester mitteilen, und ich nenne Ihnen im Gegenzug den Namen der betreffenden Person. Als Bezahlung sozusagen.«
Ich erstarrte. Seine Forderung war natürlich legitim. Aber ich hatte große Bedenken.
»Sie können mir natürlich jeden beliebigen Fantasienamen nennen.«
»Das könnte ich, Mr. Heath – aber das werde ich nicht. Wenn ich den Namen nicht herausfinde, müssen Sie mir auch nichts über meine Schwester mitteilen. Ich werde Sie zuvor über den Stand meiner Ermittlungen in Kenntnis setzen. Sie können mir vertrauen.«
»So, kann ich das? Mein Bruder hatte dem Schwarzen Schatten auch vertraut, der ihn dann hinterrücks niederstach.«
»Das tut mir sehr leid, Mr. Heath. Andererseits sind auch schon Schwarze Schatten von Menschen umgebracht worden. Vor allem in der Anfangszeit, als unsere beiden Spezies sich noch nicht so gut kannten, hat es viele unschöne Zwischenfälle gegeben.«
»Das interessiert mich nicht, Mr. Kat. Mich interessiert nur die eine Sache, nämlich: Wer hat meinen Bruder ermordet? Ich nehm’ das nämlich sehr persönlich. Das andere ist Geschichte. Es liegt schon etliche Jahre zurück.«
»Dennoch haben diese Dinge stattgefunden, und einige Schwarze Schattenfamilien waren persönlich davon betroffen.«
»Kalter Kaffee«, winkte ich ab. »Also, was ist? Sie bieten mir den Namen des Mörders als Bezahlung an – damit bin ich einverstanden. Die Spesen müsste ich Ihnen aber trotzdem noch separat berechnen.«
»Geht in Ordnung. Spesen müssen sein. Schließlich müssen Sie…«
»Geben Sie mir eine Anzahlung von 150 Qubits, dann mache ich mich an die Arbeit.«
Der Schwarze Schatten griff nach seiner Gesäßtasche – Himmel, wo hatte er denn die? Für mich sah es aus, als langte er mit seiner öligen schwarzen Hand an den öligen schwarzen Hintern, und dort verbanden sich die öligen schwarzen Massen miteinander. Als er die Hand zurückzog, hielt er eine Brieftasche darin. Er öffnete sie und zählte ein paar Geldscheine ab. Als er sie mir hinhielt, waren sie überraschenderweise kein bisschen ölig, kein bisschen verschmutzt und es tropfte auch nichts auf die Schreibtischplatte oder auf den Boden.
Ich strich das Geld ein und stellte ihm eine Quittung aus.
»Sie können sich auf mich verlassen, Mr. Kat. Morgen, spätestens übermorgen weiß ich, was mit Ihrer Schwester ist. Hinterlassen Sie bei meiner Sekretärin eine Nummer, unter der man Sie erreichen kann. Sie hören von uns.«
»Danke. Und auch wenn es abgedroschen klingen mag, oder Sie es überhaupt nicht hören möchten: Ich vertraue auf Sie, Mr. Heath.«
»Die Plattitüden können Sie sich schenken, Kat. Geben Sie mir lieber ein paar Anhaltspunkte, wo ich mit der Suche nach Ihrer Schwester beginnen kann.«

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