Rezensionen

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Mehr als nur Sex 20. November 2019
In „Acht erotische Geschichten“ von lässt mich Linda May an den Abenteuern der unterschiedlichsten Personen teilhaben. Ich lerne die unterschiedlichsten Personen kennen. Eines haben sie gemeinsam: die Männer sind alle sehr attraktiv und die Frauen bestechen durch ihre endlos langen Beine, knallrote Lippen und einen supertollen Körper. Alle wollen sie nur eines – Sex.

Ich bin dabei, wenn bei Julia und Leon Tagträume wahr werden. Liv Sophie macht mit der Rezeptionistin Helena ihre ersten lesbischen Erfahrungen; Luca und Tom lassen sich nach der Steuerprüfung verführen; Fiona lernt in San Francisco Mary und Kim kennen. Besonders gefallen hat mir die Geschichte von Simon und Anna-Lena gefallen, weil hier Beide ihre Sicht des Geschehens erzählen und ich ihre Gefühle und Empfindungen noch viel besser nachvollziehen kann. Lasst euch überraschen, was Emma und Maximilian, Tessa, Adrian, Evan, Laura, Chris und Lina, Julian und Valentina alles anstellen um ihre Lust zu befriedigen.

Linda May erzählt in einer sehr lebendigen, bildhaften, sinnlichen Sprache, bei der ich durch mein Kopfkino voll auf meine Kosten komme und als Voyeurin neben den Protagonisten stehe. Vor allem aber ist bei der Autorin Sex viel mehr als nur Geschlechtsverkehr.

8 nette Geschichten mit viel Fantasie über Menschen wie Du und ich.

Die Zeit des Lichts
von Whitney Scharer
Lee Miller in Paris 20. November 2019
Die junge Amerikanerin Lee Miller kommt Ende der Zwanziger nach Paris, dem Zentrum der Kunst, Literatur und ein Hotspot für Amerikaner, die in das Lebensgefühl dieser Jahre eintauchen wollen.

Lee hat ein gewisses Ansehen als Model erworben, aber sie möchte nicht länger vor der Kamera posieren, sie möchte selbst fotografieren und gestalten. Als sie dem schon arrivierten Man Ray begegnet und er sie nach einiger Zeit als Assistentin engagiert, scheint sie ihrem Ziel schon sehr nahe. Die Zusammenarbeit beginnt sie zu inspirieren, sie wagt immer häufiger fotografische Experimente und bald wird sie die Geliebte und Muse Man Rays.

Doch je sicherer sie sich ihrer Kunst und ihrer Persönlichkeit wird, umso mehr fühlt sie sich von ihm eingeengt und vereinnahmt. Sie fühlt, dass er sie nie als gleichberechtigte Künstlerin anerkennen wird.

Dieser Roman fängt sehr farbig das Lebensgefühl jener Zeit ein. Die Autorin hat sich für ihr Debüt eine interessante Frauenfigur als Protagonistin gewählt, deren Lebensweg sehr abenteuerlich und von vielen Brüchen durchzogen ist. Allerdings beschränkt sie sich nur auf einen kurzen Zeitraum. Von Lee Miller, der Kriegsberichterstatterin erfährt der Leser nur in kurzen eingeschobenen „Vorblicken“.Anfangs hatte ich mehr einen biografischen Roman erwartet und war deshalb fast enttäuscht, dass so vieles vom Leben dieser Frau im Dunkeln blieb, allerdings nahm mich der Schreibstil der Autorin bald richtig gefangen. Whitney Scharer kann hinreißend erzählen und lässt die Pariser Jahre richtig lebendig werden. Sie lässt die Leser eintauchen in die Welt der Boheme, Cocteau, Picasso, Kiki, die Dadaisten und Surrealisten, sie alle tauchen in Man Rays und Lee Millers Umfeld auf.

Ganz besonders gelungen fand ich den Prolog des Buches, er zeigt eine alternde, alkoholkranke Lee, die auf einer Farm in England lebt und die die Erinnerungen und Arbeiten aus ihrer Pariser Zeit im hintersten Winkel ihres Gedächtnisse und auf dem Dachboden verborgen hat. Doch dann wird sie durch einen Auftrag für einen Artikel wieder daran erinnert….

Ein schöner Roman, der Lust macht mehr über die faszinierende Lee Miller zu erfahren.
Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens 20. November 2019
von LEXI
Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens

„Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – Glaube, Hoffnung und Liebe – gehen verloren, weil wir uns von ihnen entfernen – Schritt für Schritt, ganz langsam, unmerklich.“

Martin Harnack arbeitet seit Jahren an einem Buch, der Stress bei seinem Forschungsprojekt ist nur einer der Auslöser für seine familiäre Krise. Als er am Heiligen Abend immer noch keine Weihnachtsgeschenke für seine Ehefrau und seine drei Kinder gekauft hat, betritt er in seiner Verzweiflung einen heruntergekommenen Antiquitätenladen. Der bärtige alte Inhaber überreicht ihm als Lösung für all seine Probleme einen eigenartigen blechernen Kasten. Nachdem der gestresste Familienvater die Kurbel dieses mechanischen Adventkalenders betätigt, erfüllen sich seine Wünsche – jedoch auf völlig andere Art und Weise als erwartet. Martin erlebt einen Perspektivenwechsel und nach und nach reift in ihm die Erkenntnis, dass er in seinem Leben in letzter Zeit auf falsche Prioritäten gesetzt hat.

Thomas Franke hält in diesem wunderschönen Weihnachtsroman seinem Protagonisten Martin Harnack einen Spiegel vor. Durch den wundersamen Adventkalender wird er behutsam mit seinen Versäumnissen und Fehlern konfrontiert und bekommt die einmalige Gelegenheit, Dinge zum Besseren zu verändern. Er macht heilsame Erfahrung und erkennt, dass „Das Wunderbare an Wundern ist, dass sie sich weder herbeiwünschen, noch wiederholen lassen. Sie geschehen an den seltensten Orten, in den unwahrscheinlichsten Augenblicken und lassen jene, die am wenigsten damit gerechnet haben, wundersam verändert zurück.“

Der Autor konzentriert sich in diesem Buch in erster Linie auf seinen Protagonisten Martin und dessen Familie. Martins Ehefrau Swenja, seine Söhnen Anton und Ben, sowie seine Tochter Leonie stehen im Zentrum des Geschehens. Der Alltag der Familie Harnack, familiäre und berufliche Spannungsfelder sowie Martins wachsende Einsichten werden in einfühlsamen Worten, an mancher Stelle auch überaus humorvoll, beschrieben. Die lebendige Charakterzeichnung der handelnden Figuren und die heilsamen Erkenntnisse des Protagonisten haben mir ausnehmend gut gefallen. Tiefsinnige Zitate bereichern diese zauberhafte Geschichte, die eine wundervolle Einstimmung auf die bevorstehende Adventzeit darstellt:

„Es gibt Momente, da hat man das Gefühl, die Stimme Gottes zu hören. Erstaunlicherweise ist sie ganz leise und unaufdringlich, kaum mehr als ein Flüstern. Und nicht selten ist es so, dass sie uns an etwas erinnert, was wir eigentlich schon wissen. Mir ist klar geworden, dass ich tief in mir drin längst wusste, dass ich auf der falschen Spur war. Ich wusste, dass meine Prioritäten nicht die richtigen waren.“

„Die tiefste Gotteserfahrung machen wir nicht in den außergewöhnlichen Momenten unseres Lebens, sondern im Gewusel unseres Alltags, wenn wir an uns, unseren Mitmenschen und den Umständen zu verzweifeln drohen – und wenn Gott ganz leise, fast unhörbar in uns flüstert: ich bin da. Ich bin mit dir in diesem ganzen Chaos. Hab keine Furcht, vertraue mir.“

Der durch die außergewöhnlichen Aktivitäten des mechanischen Adventkalenders aufkommende kleine Spannungsbogen bleibt bis zuletzt aufrecht. Obgleich man als Leser relativ rasch den Ausgang der Geschichte ahnt, bangt und hofft man mit Martin Harnack, der versucht, die Liebe, den Zusammenhalt und die Harmonie in seiner Familie zu retten. Ich fühlte mich durch diesen wunderschönen Roman ausgezeichnet unterhalten, einzig die Tatsache, dass sich in diesem Weihnachtsbuch aus einem Christlichen Verlag der Vulgärsprache bedient wurde, fand ich unangebracht und enttäuschend.

Fazit: Mit „Der wundersame Adventskalender“ präsentiert Thomas Franke eine tiefgründige Weihnachtsgeschichte, die auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben hinweist und Prioritäten neu erkennen lässt. Der Autor regt dazu an, Wertschätzung zu zeigen und für glückliche familiäre Beziehungen und liebevolle Menschen an seiner Seite dankbar zu sein.

Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

Des Kaisers Zeug
von Wolfgang Meighörner; Claudia Sporer-Heis
Ein vielgesichtiges Nachschlagewerk zu einem bedeutenden Innsbrucker Bau der Tiroler Spätgotik 20. November 2019
Der Jubiläumsband fokussiert die Geschichte und Forschungszugänge zum Innsbrucker Zeughaus des Habsburger Königs und Kaisers, Maximilians I., in detailreichen Zugängen an, was die Lektüre von Beitrag zu Beitrag zu einer spannenden Entdeckungsreise macht und bildgewaltigen Sichten um, auf und in den historischen Bau gewährt. Kunst-, sach- und bauhistorische Befunde werden von biografischen Zugängen zur Person Maximilians, technischen Aspekten (wie u.a. Scans der historischen Baumasse) und auch die museale Nutzung des Zeughauses werden thematisiert. Die Beiträge liefern durchaus interessante Detailinformationen, die meines Erachtens nicht im Alltagswissen um das Innsbrucker Zeughaus verankert sind und stellen eine vielschichtige Forschungslandschaft um den Zweckbau Maximilians zusammen.
Diese kompakte und doch detailgeladene, sehr handliche und zugleich anschauliche Zusammenschau kann ich Interessierten, ob privat oder beruflich, sehr ans Lese- und Forscher*innen-Herz legen! :-)

Hexenrot
von Maria Röhreich
Magisch 20. November 2019
von Anja
Alice hält sich für ein ganz normales, durchschnittliches Mädchen. Nichts an ihr
scheint irgendwie besonders zu sein. Doch mit dieser Einschätzung irrt sie sich
gewaltig, denn plötzlich stellt die Sechzehnjährige fest, dass sie eine Hexe
ist. Ihre Großmutter erkennt das und gibt ihr ein Armband, das sie schützen
soll. Außerdem warnt sie Alice eindringlich vor den Gefahren, die mit dieser
Gabe verbunden sind. Alice ist fasziniert von den Fähigkeiten und beginnt damit
zu experimentieren. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Meisterin Luna und
Hexenschwester Darkness. Niemals vorher hat sie sich so lebendig und anerkannt
gefühlt. Ihr neues Leben scheint perfekt zu sein. Doch die Warnungen der
Großmutter sind nicht grundlos. Denn die Macht hat einen hohen Preis. Alice muss
schon bald erkennen, dass sie dabei ist die Kontrolle über sich und ihre
Fähigkeiten zu verlieren. Sie weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann und das
fängt schon bei ihr selbst an....

Durch einen geheimnisvollen Prolog wird die Neugier auf die magische Geschichte,
die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt, sofort geweckt. Man ahnt bereits,
dass es zu spannenden Ereignissen kommen wird. Dadurch fällt der Einstieg in die
Handlung leicht, denn man lässt sich erwartungsvoll darauf ein.

Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel
gut gekennzeichnet sind, fällt es allerdings leicht, die Übersicht zu behalten.
Die Perspektive, in der Alice im Zentrum des Geschehens steht, wird in der
Ich-Form, aus ihrer Sicht, geschildert. Dadurch kann man die Gedanken und
Gefühle der Hauptprotagonistin hautnah erleben. Alice wirkt jugendlich und
außerdem sehr sympathisch. Stellenweise hat man allerdings das Gefühl, dass sie
ziemlich naiv ist und nicht immer einschätzen kann, was oder wer gut für sie
ist. Deshalb kann man ihr Handeln nicht immer nachvollziehen, doch dadurch büßt
Alice nichts von ihrer Sympathie ein. Im Gegenteil, denn dieser Wesenszug lässt
sie glaubhaft und authentisch wirken. Auch die anderen Charaktere wirken so
lebendig, dass man sie beim Lesen mühelos vor Augen hat und sich ganz auf die
Geschichte einlassen kann.

Dabei wird einiges geboten, denn diese magische Hexenerzählung punktet von
Anfang an durch einen flüssigen Schreibstil und einen interessanten Plot. Die
Spannung wird früh geweckt und kann durchgehend gehalten werden. Dadurch gibt es
keine Längen. Einmal angefangen, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Es
fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen und sich vom Gelesenen zu lösen. Hier
trifft man auf einige magische Wesen und interessante Hintergründe. Ein wenig
Romantik ist auch dabei, allerdings nimmt dieser Teil nicht zu viel Raum ein,
sondern fügt sich harmonisch in die spannende Handlung ein. Es gibt immer wieder
Überraschungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Das Ganze gipfelt in einem
äußerst spannenden Finale.

"Hexenrot" ist eine magische Fantasygeschichte, die durch eine durchgehend
spannende Handlung, lebendige Charaktere und überraschende Wendungen überzeugen
kann.
Ein Wohlfühlbuch 20. November 2019
von Ele95
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse, Feel-Good-Roman von Frida Skybäck, 543 Seiten, erschienen im Insel-Verlag.
Charlotte erbt eine Buchhandlung in London und bekommt gute Freunde, eine Familie und einen kratzbürstigen Kater dazu.
Die junge Witwe Charlotte führt eine erfolgreiche Kosmetikfirma in Schweden, durch den Unfalltot ihres Mannes, fühlt sie sich einsam und beginnt sich von der Welt abzuschotten. Eines Tages erbt sie die Buchhandlung ihrer Tante in London. Eigentlich will sie den heruntergewirtschafteten Laden schnell loswerden, doch sie beginnt sich durch die warmherzigen Mitarbeiterinnen, den gutaussehenden Mieter und nicht zuletzt den eigenwilligen Kater in London wohlzufühlen. Kann die Buchhandlung noch gerettet werden? Und welches Familiengeheimnis gilt es zu entdecken?
Das Buch umfasst 41 Kapitel, die mit Datumsangaben versehen sind, das ist von Vorteil denn das Buch teilt sich in zwei Erzählebenen. Zum einen, das Schicksal der beiden schwedischen Schwestern, die in London ein neues Leben beginnen wollten, in den frühen 80iger Jahren und zum anderen die Geschehnisse in der Gegenwart. Jederzeit ist es dem Leser möglich die chronologischen Abläufe zu erfassen. Durch den steten Wechsel der Zeitstränge bin ich nur so durch das Buch geflogen, es fiel mir sehr schwer es überhaupt aus der Hand zu legen. Gedanken und Buchtitel, sowie fremdländische Phrasen sind kursiv kenntlich gemacht. Skybäck hat den auktorialen Erzählstil gewählt, deshalb ist der Leser, den Charakteren immer einen Schritt voraus.
Bei Frida Skybäcks Werk handelt es sich wahrlich um ein Wohlfühlbuch. Die Spannung findet größtenteils im Vergangenheitsstrang statt, nie habe ich daran gezweifelt, dass am Ende sich nicht alles zum Guten wendet. Doch wollte ich stets ergründen was die beiden Schwestern in den 80iger Jahren so sehr entzweit hat ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Dass in diesem Werk immer wieder Buchtitel zur Sprache kamen hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit einer Lesung von J.K. Rowling fand ich eine nette Idee und über den putzigen Kater Tennyson musste ich des Öfteren schmunzeln. Die Handlung war stets plausibel und nachvollziehbar. Die handelnden Charaktere fand ich größtenteils sympathisch. Martinique, trotz ihrer Schwierigkeiten mit der pubertären Tochter und ihrer Schwester die sie ausnutzt, ist eine starke Frau, letztendlich hat sie es auch geschafft sich gegen ihre Schwester zu behaupten, ihre Köstlichkeiten die sie im Buch gezaubert hat, ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch Sam die schrille Mitarbeiterin, zwar etwas durchgeknallt aber doch liebenswert und sehr kreativ, welche Leserin möchte die beiden nicht zu Freundinnen haben? William, Mieter und Hausschriftsteller, ebenfalls ein liebenswerter Mensch. Letztendlich Charlotte, die sich in London sehr zu ihrem Vorteil entwickelt hat. Sie alle habe ich liebgewonnen und konnte sie nur schwer gehen lassen. Nur Sara, die Erblasserin und Tante von Charlotte war eine furchtbare Person, leider hat Charlotte nicht erfahren, welche Schuld Sara mit ihrem Telefonanruf auf sich geladen hat. Auch die Buchhandlung hat sie ziemlich heruntergewirtschaftet, sie war mir total unsympathisch. Einzig hat mich gestört, dass es sich für Charlotte, fast wie von selbst, zum Guten gefügt hat. Insgesamt jedoch ein Feel Good Roman den ich gerne empfehlen möchte. 4 Sterne von 5 möglichen.
Ein Wohlfühlbuch 20. November 2019
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse, Feel-Good-Roman von Frida Skybäck, 543 Seiten, erschienen im Insel-Verlag.
Charlotte erbt eine Buchhandlung in London und bekommt gute Freunde, eine Familie und einen kratzbürstigen Kater dazu.
Die junge Witwe Charlotte führt eine erfolgreiche Kosmetikfirma in Schweden, durch den Unfalltot ihres Mannes, fühlt sie sich einsam und beginnt sich von der Welt abzuschotten. Eines Tages erbt sie die Buchhandlung ihrer Tante in London. Eigentlich will sie den heruntergewirtschafteten Laden schnell loswerden, doch sie beginnt sich durch die warmherzigen Mitarbeiterinnen, den gutaussehenden Mieter und nicht zuletzt den eigenwilligen Kater in London wohlzufühlen. Kann die Buchhandlung noch gerettet werden? Und welches Familiengeheimnis gilt es zu entdecken?
Das Buch umfasst 41 Kapitel, die mit Datumsangaben versehen sind, das ist von Vorteil denn das Buch teilt sich in zwei Erzählebenen. Zum einen, das Schicksal der beiden schwedischen Schwestern, die in London ein neues Leben beginnen wollten, in den frühen 80iger Jahren und zum anderen die Geschehnisse in der Gegenwart. Jederzeit ist es dem Leser möglich die chronologischen Abläufe zu erfassen. Durch den steten Wechsel der Zeitstränge bin ich nur so durch das Buch geflogen, es fiel mir sehr schwer es überhaupt aus der Hand zu legen. Gedanken und Buchtitel, sowie fremdländische Phrasen sind kursiv kenntlich gemacht. Skybäck hat den auktorialen Erzählstil gewählt, deshalb ist der Leser, den Charakteren immer einen Schritt voraus.
Bei Frida Skybäcks Werk handelt es sich wahrlich um ein Wohlfühlbuch. Die Spannung findet größtenteils im Vergangenheitsstrang statt, nie habe ich daran gezweifelt, dass am Ende sich nicht alles zum Guten wendet. Doch wollte ich stets ergründen was die beiden Schwestern in den 80iger Jahren so sehr entzweit hat ihr Schicksal hat mich sehr berührt. Dass in diesem Werk immer wieder Buchtitel zur Sprache kamen hat mir gut gefallen. Auch die Idee mit einer Lesung von J.K. Rowling fand ich eine nette Idee und über den putzigen Kater Tennyson musste ich des Öfteren schmunzeln. Die Handlung war stets plausibel und nachvollziehbar. Die handelnden Charaktere fand ich größtenteils sympathisch. Martinique, trotz ihrer Schwierigkeiten mit der pubertären Tochter und ihrer Schwester die sie ausnutzt, ist eine starke Frau, letztendlich hat sie es auch geschafft sich gegen ihre Schwester zu behaupten, ihre Köstlichkeiten die sie im Buch gezaubert hat, ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch Sam die schrille Mitarbeiterin, zwar etwas durchgeknallt aber doch liebenswert und sehr kreativ, welche Leserin möchte die beiden nicht zu Freundinnen haben? William, Mieter und Hausschriftsteller, ebenfalls ein liebenswerter Mensch. Letztendlich Charlotte, die sich in London sehr zu ihrem Vorteil entwickelt hat. Sie alle habe ich liebgewonnen und konnte sie nur schwer gehen lassen. Nur Sara, die Erblasserin und Tante von Charlotte war eine furchtbare Person, leider hat Charlotte nicht erfahren, welche Schuld Sara mit ihrem Telefonanruf auf sich geladen hat. Auch die Buchhandlung hat sie ziemlich heruntergewirtschaftet, sie war mir total unsympathisch. Einzig hat mich gestört, dass es sich für Charlotte, fast wie von selbst, zum Guten gefügt hat. Insgesamt jedoch ein Feel Good Roman den ich gerne empfehlen möchte. 4 Sterne von 5 möglichen.

Mann backt Motivtorten
von Marian Moschen
Grandiose Anleitungen 20. November 2019
Mann backt Motivtorten, ist ein Buch des österreichischen Kultbloggers Marian Moschen und das steht für kreative, einzigartige und richtig coole Motivtorten für die besonderen Momente im Leben wie Ostern, Valentinstag, Hochzeit Weihnachten und noch viel mehr. Und genau diese könnt ihr euch jetzt auch selbst kreieren, denn das Buch bietet eine wirklich grandiose Anleitung dazu.

Was findet man in dem Buch Motivtorten für jeden Anlass: Ich würde mal sagen alles, um sich endlich einmal an solche Kunstwerke zum Essen heranzutrauen:
Also alles über Grundlagen, Materialien und Werkzeuge, die ihr für einen einfachen Einstieg in die Welt des Motivtortenbackens braucht, detaillierte Anleitungen, wie ihr Kuchen für ein Motivtortendesign vorbereitet.

Es ist das ultimative Lehrbuch für Anfänger, Fortgeschrittene und Profibäcker, die einen Kuchen in ein kleines Kunstwerk verwandeln möchten. Das Buch erläutert zuerst einmal die Grundlagen und startet mit verschiedenen Rezepten für die Basis: also den Kuchenteig an sich, da ist von Sandkuchen über Nusstorte alles dabei.

Danach geht es weiter mit der Füllung des Teiges, denn aufgeschnitten sollen die Torten ja auch nach was aussehen. Butter Pudding Creme oder Ganache- auch das lernt man hier. Man erlernt am Beispiel von wundervollen Thementorten alle Basistechniken, mit vielen Bildern Schritt für Schritt erklärt. Von einer generellen Anleitung für das Herstellen von Figuren und Tieren bis zur Fertigung filigraner Zuckerblüten wird kein Tipp ausgelassen. Großen Wert legt der Autor auf den richtigen Umgang mit Fondant- also wer sich jetzt nicht traut, ist selber Shuld! Das Buch wird mit passenden Motiv-Cookies wie Tannenbäume abgerundet, die mit haushaltsüblichen Küchenwerkzeugen erstellt werden können.

Es hat schon etwas Magisches, wenn aus Mehl, Eiern und Zucker „ein Etwas“ entsteht, das Augen zum Glänzen und Gesichter zum Strahlen bringt. Dann noch festzustellen, wie lange dieses „Etwas“ in positiver Erinnerung bleibt, erfüllt jeden mit großer Freude! Dieses Buch wird ecuh nicht nur das Wissen und Können für eure Arbeit vermitteln, sondern vor allem das praktische „Gewusst wie!“ im Detail zeigen und erklären. So werden sich auch eure Motivtorten zu kleinen Kunstwerken entwickeln.

Es gibt gar nicht genügend Superlative um dieses Buch ausreichend zu würdigen. Es ist einfach genial und ein 'Must have' für jeden Tortenbäcker. Wunderbare und vor allem leckere Rezepte für Torten, Füllungen und Dekorationen, alles in einer sehr ausführlichen Schritt für Schritt Anleitung verständlich erklärt. Es vermittelt neben einem fundierten Basiswissen viele wertvolle Tipps.
Ich liebe dieses Buch einfach. Es ist nicht nur fachlich unschlagbar, es ist auch für nicht Tortenbäcker ein interessanter und wunderschön anzusehender Bildband über gebackene Kunstwerke und deren Entstehung.

Mein einziger Kritikpunkt ist das Cover: Man sieht einen Burger darauf, das ist zwar beim näheren Hinsehen auch ein Kuchen, aber ich wäre im Laden an dem Buch vorbei gegangen, denn dieses Cover führt einen völlig in die Irre. Hätte man da nicht besser eine der schönen Motivtorten wählen können?
Denn das ist es, was ich bin 20. November 2019
'Der Untergang der Könige' ist ein Fantasy-Roman der Autorin Jenn Lyons. Gleichzeitig bildet er den Auftakt der Reihe 'Drachengesänge' und ich muss sagen: was für einen!

Mir gefällt das Cover sehr. Ich finde es ist zwar schlicht gestaltet aber dennoch auffallend. Außerdem ist es, wie ich finde, passend für das Genre gewählt.

Was mir beim Hardcover allerdings abgeht ist eine Lesebändchen denn das Buch ist sehr dick und ich finde da gehört das unbedingt dazu, vor allem auch wenn man sich die Preiskategorie ansieht wo sich das Buch einordnet. Ansonsten ist es aber schön und gut verarbeitet.

Der Roman selbst umfasst neunzig Kapitel welche sich auf zwei Teile aufteilen. Jedes Kapitel hat einen Titel wodurch bei mir immer das Kopfkino angeregt wird um bereits vor dem Lesen zu fantasieren was hier passieren könnte. Im ersten Abschnitt wird die Geschichte abwechselnd von Kihrin und Klaue erzählt – ich sage absichtlich nicht ‘aus der Sicht‘ denn das passt nicht, aber lest selbst um herauszufinden was ich damit meine! Im zweiten Teil folgen wir der Geschichte ohne dass sie von jemand bestimmt erzählt wird wodurch mehr Dynamik rein kommt da auch die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Erzählsträngen wegfallen.

Es gibt außerdem noch einige hilfreiche Extras. Am Anfang findet man eine Karte zur ‘Bekannten Welt‘ und am Ende folgen noch die Anhänge: Glossar, Adelshäuser, Hinweise zur Aussprache, sowie die Herrscherhäuser der Vane. Das alles ist sehr hilfreich und wurde von mir auch zwischendurch immer mal wieder konsultiert.

Einen Stern Abzug gibt es da die Geschichte für meinen Geschmack teilweise zu verwirrend war und mir vor allem zum Ende hin dann doch einiges 'too much' war, an einigen Stellen wirkte es extra konstruiert und als müsste da jetzt noch so vieles auf einmal passieren um es ja noch schnell ins Buch stopfen zu können. Anfangs dachte ich auch, ich muss einen Stern für die Randnotizen abziehen da sie meinen Lesefluss sehr gestört haben aber bis zum Ende hin habe ich sie irgendwie zu mögen gelernt. Auch muss ich sagen dass ich sie im Hardcover weniger störend fand als im eBook (ich habe zwischen den zwei Medien gewechselt). Im Hardcover waren sie immer auf der jeweiligen Seite zu finden, im eBook hingegen sprang man immer zum Ende (wo die Randnotizen zu finden waren) und musste dann wieder zurück zur eigentlichen Seite, was meinem eReader allerdings nicht immer einwandfrei gelang.

Fazit: Ein fulminanter und epochaler Start einer neuen und genialen Fantasy-Reihe! Hier gibt es noch viel Potenzial auszuschöpfen und viel zu erzählen, ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!
Emotionale Liebesgeschichte mit Zeitreise-Elementen 19. November 2019
Kurz zum Inhalt:
Brasilia, 1997. Victor und Amanda, beide 17, finden ineinander die erste große Liebe und küssen sich zum ersten Mal beim Abschlussball, aber Amanda zieht am nächsten Tag mit ihrer Familie nach Kenia. Bald darauf sterben ihre Eltern bei einem Bombenanschlag in ihrem Auto, und alle Welt - ebenso Victor - glaubt, dass Amanda bei diesem Attentat ebenfalls gestorben ist.
Victor zieht sich daraufhin auf ein entlegenes Weingut nach Brasilien zurück, wo er zum Prinzen des Schaumweins avanciert. Amanda geht in ihre Heimat Argentinien zurück, heiratet einen Politiker und arbeitet in einer Buchhandlung.
20 Jahre später findet ein Klassentreffen des Abschlussjahrgangs statt, und Amanda und Victor sehen sich unvermittelt wieder.
Das besondere ist jedoch, dass beide sich aufgrund einiger unglücklicher Umstände fast gar nicht wieder getroffen hätten, denn Victor hat eine besondere Gabe: bei starken Gefühlen springt er in der Zeit: wenn er glücklich ist, springt er in die Vergangenheit zurück und erlebt alles nochmal. Und wenn er traurig ist, springt er in die Zukunft. Der Grund dafür war die unerfüllte Liebe zu Amanda - sie ist die Ursache. Kann das Ganze jemals aufhören?



Meine Meinung:
"Die schönste und die traurigste aller Nächte" ist eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art. Mit viel Emotionen erzählt der Autor über die Leben von Victor und Amanda - denn jeder lebt sein eigenes Leben, obwohl die beiden schon mit 17 wussten, dass der jeweils andere die große Liebe ist. Und mit dieser großen Emotion hat alles angefangen.
Die Geschichte ist abwechselnd aus Sicht von Victor und Amanda geschrieben, jeweils in ich-Form.
Man bekommt nur nach und nach mit, was beim Abschlussball und danach alles passiert ist, und wie die Fäden dann zusammenlaufen.
Mit Victor fühlt man besonders mit, denn er weiß nicht, ob diese Gabe ein Fluch oder ein Segen ist. Er hat auch nur drei Personen davon erzählt, und keine davon hat ihm so richtig geglaubt.
Durch diese Sprünge und andere Missverständnisse wird es fast unmöglich, Amanda nach dem Klassentreffen jemals wiederzusehen. Man leidet als Leser mit und hofft, dass beide Protagonisten sämtliche Hindernisse überwinden können.
Außerdem kann Victor bei den Sprüngen in die Vergangenheit das Geschehen nicht ändern. Es ist ihm nur ein einziges Mal geglückt, und dabei ging ein bestimmtes Ereignis voraus.

Natürlich ist die Geschichte auch irgendwie vorhersehbar, vor allem auch was Amandas eifersüchtigen Ehemann angeht. Nur der Schluss war dann doch ein klein wenig anders, als ich erwartet hatte!


Fazit:
Romantische Liebesgeschichte mit mystischen Zeitreise-Elementen und schönen Passagen über Brasilien und Schaumwein.
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