Rezensionen

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Präludium 05. Juli 2020
https://www.jokers.de/artikel/buch/muse-of-nightmares-das-geheimnis-des-traeumers_26817184-1

Dinner ins Paradies
von Hugo B. Lauenthal
Wannenkrimi mit Rezept 04. Juli 2020
Klappentext:

Ein Star am Herd, doch privat ein Schuft: Gourmetkoch Georg Kraczinsky ahnt nicht, dass dieses Menü sein letztes ist ...
Packender Krimi aus der Feder von Hugo B. Lauenthal inklusive Rezept für das letzte Dinner zum Nachkochen.

Der Krimi für die Badewanne: wasserfest und hochspannend. Das Badewannenbuch nur für Erwachsene lässt sich bequem in 15 Minuten in der Badewanne oder Dusche lesen. Absolut wasserfest und unterhaltsam - so wie alle Badebücher der Edition Wannenbuch.
Baden + Lesen = Wannenbuch!

Cover:

Das Cover ist relativ einfach gehalten. Vorherrschend ist der Titel und dieser ist mit kleinen Details , wie einer Kochmütze, ein Weinglas und einer Palme ausgeschmückt. Der Hintergrund ist in orange-braun gehalten.

Meinung:

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Auf 8 wasserfesten Seiten wird hier ein kurzer aber spannender Krimi kreiert, der einen in der Wanne kurz abtauchen lässt.

Die Idee des Wannenkrimis finde ich toll. So kann man in der Badewanne lesen und genießen und muss keine Angst haben, dass das Buch nass wird. Diese Wannenbücher wurden extra dafür kreiert. Sie sind durch ihr wasserfestes Material geeignet damit Baden zu gehen.

Der Krimi ist gut durchdacht und auch die Charaktere Elsa und Georg wurden sehr gut ausgearbeitet. Der Krimi ist sehr solide und gut aufgebaut für die kürze an Seiten. Ein spannender Kurzkrimi, der genau richtig geeignet ist für ein Wannenbad. Da ein Bad meist nicht länger als 15-20 min dauert, passt dieses kleine Büchlein mit seinen 8 Seiten sehr gut, da man diese meist auch in ca. 15 min gelesen hat.

Toll finde ich auch das Rezept, des letzten Dinners, welches hier mit notiert ist und zum nachkochen einlädt. Die Idee mit dem Rezept hat mir seh gut gefallen und auch der Krimi konnte mich überzeugen.

Die Idee des Wannenbuchs finde ich einfach genial und es eignet sich einfach gut zu einem entspannten Bad in der Wanne.
Es ist auch eine tolle Geschenkidee oder für Zwischendurch.

Fazit:

Toller Wannenkrimi mit einem leckeren Rezept zum Nachkochen, welches sich gut zu einem entspannten Bad in der Wanne eignet.
Brillant recherchiert – hier wird Geschichte lebendig 04. Juli 2020
von Tara
„Eine Liebe zwischen den Fronten“ ist ein historischer Roman, zur Zeit des deutsch-französischen Krieges vor 150 Jahren, von der Autorin Maria W. Peter.

Die Handlung beginnt in Berlin, im Juli 1870. Madeleine – eine junge Französin – und Paul – ein deutscher Arzt – feiern gerade ihre Verlobung als der Krieg zwischen Preußen und dem Französischen Kaiserreich ausbricht. Madeleine und ihr Vater wollen zurück in ihre Heimatstadt nach Metz und Paul wird als Arzt vom Militär eingezogen.
Neben Madeleine und Paul spielen Madeleines Bruder Clément, Djamila – eine junge Algerierin - und ihr Bruder Karim eine wichtige Rolle. In verschiedenen Handlungssträngen lernt man die Charaktere nach und nach immer besser kennen.

Der Schreibstil von Maria W. Peter lässt sich unglaublich gut lesen und nimmt einen direkt mit in die Zeit und an die Orte der Ereignisse. Durch die Perspektivwechsel der Erzählstränge bleibt es durchgehend spannend und es viel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, da ich immer wissen wollte wie es weitergeht und wann die Handlungsstränge zusammenwachsen. Sowohl die Charaktere als auch die Beschreibungen der Ortschaften wirken authentisch, so dass ich stets alles gut vor Augen hatte und mit den Charakteren gelitten, gebangt und gehofft habe.

Fiktion und historische Ereignisse werden hier ganz großartig miteinander verwoben. Man bekommt einen umfassenden Eindruck von der Atmosphäre im Land, der Stimmung unter den Menschen und erfährt auch einiges an geschichtlichen Hintergründen.

Dieser Roman ist Geschichte live und hautnah, die mich wirklich berührt und mitgenommen hat. Fakten kann man überall nachlesen, aber diese so lebendig und authentisch mitzuerleben, das ist wirklich etwas ganz Besonderes und der Autorin ausgesprochen gut gelungen. Man spürt in jedem Kapitel und auf jeder Seite wie viel Recherchearbeit hier geleistet wurde. Ich kann dieses Buch Liebhabern historischer Romane nur empfehlen und würde, wenn es möglich wäre, gerne mehr als fünf Sterne vergeben.


Ozelot und Friesennerz
von Susanne Matthiessen
Erinnerungen an die Kindheit 04. Juli 2020
Susanne Matthiessen geboren auf Sylt erzählt von ihrer Kindheit während des Wirtschaftswunders in den 70er Jahren auf der Insel der Reichen und Schönen. Die Eltern sind Pelzhändler, die Kinder werden überwiegend sich selbst überlassen 'mach uns bloß keinen Ärger'. Während der Hochsaison wird jede helfende Hand gebraucht. Die Familie rückt zusammen um Platz für die Feriengäste zu schaffen.

Auch die Eltern ihrer Freunde sind beschäftigt das Wirtschaftswunder am laufen zu halten, die Kinder verbringen ihre Zeit am Strand aber auch in Geschäft der Eltern auf der Friedrichstraße. Verpackt in 8 Kapitel werden die Erinnerungen an die 70er Jahre auf dieser schönen Insel wach.

Im Vor- und Nachwort wird gnadenlos mit der Gegenwart abgerechnet, einer Zeit wo die Insel zunehmend von Investoren bevölkert wird und die Insulaner von der Insel vertrieben werden da es keinen bezahlbaren Wohnraum mehr gibt.

Gelesen habe ich dieses Buch während eines Kurzurlaubs auf Sylt wo ich selbst die Veränderungen erleben konnte und die neuen Bausünden sehen konnte.

Die Perlenfarm
von Liza Marklund
exotisch und gut 04. Juli 2020
Das Buch beginnt wie ein exotisches Märchen. Kiona wächst auf einer der Cook Insel im Süd Pazifik auf und arbeitet mit ihren Eltern als Perlentaucherin. Während eines Sturms strandet ein Schiff auf einem Riff. Kurz bevor das Schiff sinkt gelingt es den Bewohnern der Insel den einzigen Passagier zu retten.

Im kleinen Insel Krankenhaus kümmert sich Kiona mit Mutter Evelyn um den Schwerverletzten. Er überlebt und hilft den Dorfbewohnern bei der Buchhaltung. Kiona verliebt sich in den Mann der behauptet Erik zu heißen, aus Schweden zu kommen und in London als Banker zu arbeiten. Gemeinsam verbringen sie glückliche Jahre auf Manihiki und bekommen 2 Kinder. Dann kommt eines Tages ein Boot und nimmt Erik mit.

Kiona beschließt ihren Mann zu suchen verläßt das südpazifische Paradies und ihre Kinder und landet in Los Angeles wo sie als erstes überfallen und beraubt wird. Im Krankenhaus trifft sie auf Clay ihren Aufenthalt zahlt und sie in ihrer Wohnung aufnimmt wo noch andere gestrandete Leute leben bis auch diese Zuflucht auseinanderbricht. Mit Clay folgt sie den Spuren von ihrem Mann und stößt auf einen weltumspannenden Finanzskandal.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, anfangs wie ein exotisches Märchen später dann kurz und prägnant. Während Kiona bei ihrer Ankunft in Los Angeles noch als sehr naiv beschrieben wird, wandelt sie sich im Laufe des Buches zu einer aufgeklärten intelligenten Frau die den geheimen Machenschaften ihres Mannes auf die Spur kommt und zerschlägt.
Urlaub mit Oma Bergmann 04. Juli 2020
Auch als Rentner hat man einen Urlaub verdient. Es gibt so viel zu erledigen, die toten Ehemännder begießen, Katerle versorgen, mit Gertrud zum Seniorentreff. Da darf man auch mal richtig in den Urlaub. Zusammen mit Ilse und Kurt brechen die drei hochbetagten Leute mit einem Camper auf einen Campingplatz.

Das praktische, der Camper bietet jede Menge Platz um auch die Geranien mitzunehmen. Die haben schließlich viel Geld gekostet. Endlich angekommen wird die neue Umgebung gleich unter die Lupe genommen und neue Bekanntschaften geknüpft.

Die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere auf dem Campingplatz vom strengen Platzwirt bis hin zu Dauercampern ist köstlich. Daneben gibt es auch viel aus ihrem Leben zu erzählen.

Bislang hatte ich Oma Bergmann als Hörbuch kennengelernt und die teilweise eigenartige Schreibweise mancher Begriffe haben mich anfangs etwas irritiert. Alles in allem ein schöner unterhaltsamer Roman für Sommerabende.

Mein erster Europa-Atlas
von Andrea Erne
Spielerisch Europa entdecken 04. Juli 2020
Unser kleiner Mann hat schon einige Bücher aus der Ravensburger Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ und ist ganz begeistert von den Büchern. Also haben wir für ihn den Sonderband „Mein erster Europa-Atlas“ bestellt. Autorin Andrea Erne hat zusammen mit der Illustratorin Anne Ebert ein richtiges kleines Kunstwerk geschaffen von dem auch mein Mann und ich ganz begeistert sind. Auf 16 dicken Seiten gibt so viele Informationen, bei denen auch ich keine Antwort bzw. eine falsche gehabt hätte. Wie viele verschiedene Sprachen in Europa gesprochen werden, welche Länder noch Königshäuser haben, welches das größte Tier auf unserem Kontinent ist und vieles mehr erfahre ich hier kindgerecht aufgearbeitet. Außerdem bekommen die Kinder hier die Möglichkeit, spielerisch schon die ersten Worte in einer für sie fremden Sprache kennenzulernen.

Die verschiedenen landestypischen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten wie die Lavendelfelder in Frankreich oder der Mitsommertanz in Schweden werden in wunderschönen Bildern und kindgerechten Beschreibungen dargeboten. Unser Kleiner liebt vor allem die Seiten, die mit den verschiedenen Fahnen der einzelnen Länder umrahmt sind, weil es dort auf einen Blick so Vieles zu entdecken gibt. Besonders begeistert ist er von den Klappen zum aufmachen. Dahinter verbergen sich weitere Bilder oder Beschreibungen zum Land.

Die stabilen Seiten vertragen auch mal eine etwas gröbere Behandlung und die große herausnehmbare Europakarte hängt schon an der Wand.
Als Altersangabe ist 4 – 8 Jahre angegeben. Aber ich bin mir sicher, dass auch die Erwachsenen Spaß an diesem Atlas haben werden.

Insgesamt ein Europa-Atlas mit vielen Bildern und Informationen, der der ganzen Familie Spaß und Wissen bringen wird.
Würdiger Abschluss 04. Juli 2020
von Miro76
Über den Inhalt muss hier nichts mehr verraten werden. Ophelia und Thorn kämpfen weiter gegen Gott und/oder den Anderen. Dabei erleben sie noch ganz einige Abenteuer und müssen Opfer bringen.

Ihre Liebe stärkt sie und zusammen können sie einiges erreichen. Doch die letzte Reise oder den letzten Kampf müssen beide allein austragen.

Beide Hauptfiguren haben sich weiterentwickelt. Ophelia findet ihre innere Stärke und Thorn beginnt sich selbst weniger zu verabscheuen.

Gut gefallen hat mir, wie Ophelia lernt ihre neue Familienkraft, die Krallen wirkungsvoll einzusetzen. Im Gegensatz zu Thorn hasst sie diese Kraft nicht.

Gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere - die lange bekannten: Reinecke, Gwenael und der Botschafter, aber auch die neuen Freundschaften aus Babel - Elisabeth und Oktavio.

Der krönende Abschluss ist etwas verwirrend, aber in wie weit eine Fantasiegeschichte der Logik folgen muss, möchte ich nicht beurteilen. Das Grande Finale lässt etwas zu lange auf sich warten. Immer wieder wendet sich die Story und der Endkampf rückt wieder in die Ferne. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und habe mit Ophelia mitgefiebert, ob alles zu einem guten Abschluss kommt.

Der Schluss ist härter als erwartet und völlig kitschfrei. Obwohl ich das bei dieser Geschichte auch vertragen hätte. Vielleicht bleibt aber diese kleine Detail offen, um doch noch einen fünften Band zu schreiben?

Kinder backen mit Christina
von Christina Bauer
Ein besonderes Backbuch 04. Juli 2020
Mit Kindern backen – will ich das überhaupt? Mit meinen Kindern habe ich vor vielen Jahren gekocht und gebacken. Und nun sind bald meine Enkel soweit, dass sie die Welt des Brotes, der Kuchen und des Gebäcks entdecken wollen. Da habe ich in einem Forum dieses Buch entdeckt – und bekommen.

Christina Bauer und ihre Kinder Magdalena und Thomas laden mich ein auf ihren Bauernhof, den Bramlhof, und in ihre Backstube. Schon das Inhaltsverzeichnis auf Seite 3 macht Lust, sich näher mit den 30 leckeren Rezepten, die ja so einfach gehen sollen, und dem Leben auf dem Hof zu beschäftigen.

Wir erfahren alles über die verschiedenen Zutaten. Wie kommt Getreide auf´s Feld, welche verschiedenen Mehlsorten gibt es, wie man Butter selber macht, wie man erkennt, ob ein Ei noch frisch ist und lernen Brotgewürze kennen. Wir versuchen einzelne Zutaten am Geruch oder am Geschmack zu erkennen. Es gibt Tipps fürs Backen mit Kindern und geht’s los. Ich denke, die Laugenbrötchen mit Stacheln, der Geburtstagszug, die Rentier-Muffins und der Ruck-Zuck-Kuchen aus dem Glas werden bei den Kindern besonders gut ankommen.

Im letzten Drittel des Buches mache ich einen Besuch auf dem Bauernhof, wo Christina mit ihren Kindern lebt, und erfahre, was dort das ganze Jahr über so los ist.

Ein tolles Buch zum Lesen und Backen mit vielen farbenfrohen Bildern, die zeigen, dass hier die Kinder im Mittelpunkt stehen. Sollte in keinem Haushalt mit Kindern fehlen. Ich bin mir sicher, dass meinen Enkeln das Backen mit diesen Anregungen großen Spaß machen wird.

Sister of the Stars
von Marah Woolf
Stimmungsvolle Höhen und Dramatische Tiefen - ein mitreißend fantastischer Auftakt 04. Juli 2020
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein ausgesprochener Marah Woolf Fan bin und natürlich alles gleich lese, was sie veröffentlicht. Das sollte sich bei ihrer neuen Trilogie, der HexenSchwesternSaga, auch nicht ändern. Besonders bemerkenswert ist hier, dass Marah Woolf dieses Buch in Eigenregie selbst über den Nova Verlag publiziert hat. Sprich, sie hat nicht nur eine wunderbare Geschichte gezaubert, das Lektorat mit Nikola Hotel und Korrektorat mit Jil Amiée Bauer selber beauftragt, sondern auch mit Carolin Liepins und Laura Newman - zwei unglaublich kreative Köpfe für die Innen- und Außengestaltung - ein wirklich phantastisches Buch selber kreiert. Und genau dieses Buch ist auf der Spiegelbestseller-Liste gleich in der ersten Woche auf Platz 17 für Hardcover Belletristik gelandet. Für einen SP-Titel in Deutschland ein Novum!

Coverbild
Was soll ich sagen, klar gefällt mir das Cover. Obwohl ich zugeben muss, dass diese Art von Cover gerade auch sehr modern ist und in dem gleichen Genre schon ein paar ähnliche Varianten zu sehen sind. In der Mitte des Bildes wabert dunkelblauer bis nachtschwarzer Rauch um einen Dornenast auf einem hellen Hintergrund. In dieser Wolke findet man viele verschiedene Dinge wie zwei dunkelblaue Blüten, ein Schmetterling, goldene Sternchen und die Rückansicht einer Person mit einem dunkelblauen Umhang. Der Buchtitel ist mit einer geometrisch akkuraten Font genau Mittig platziert. Handwerklich eine wunderschöne Arbeit und definitiv ein Eye-catcher.

Handlung
Die ganze Welt ist in Gefahr, immer mehr Dämonen dringen durch die Quelle nach Frankreich, das aber durch eine hohe Mauer von der Außenwelt abgeschottet ist. Nach einem Dämonenfieber, welches der 19 jährigen Vianne Grandier all ihre magischen Kräfte entzogen hat, kehrt sie mit ihren Schwestern nach zwei Jahren aus Glastonbury zurück in ihre französische Heimat Paimpont. Sie hofft, in Frankreich nicht nur ihre Magie wieder zu finden, sondern auch im Auftrag der Kongregation den Großmeister der Loge, die die Quelle beschützt, zu einem neuen Pakt mit dem Dämonenanführer überreden zu können. Doch Ezra Toqueville, ihre große Liebe, der sie damals bei ihrem Weggang rüde zurückgewiesen hat, verfolgt ganz andere Strategien und weißt Vianne immer noch von sich.

Buchlayout / Haptik
Das Buchlayout ist der Hammer! Alleine der Buchdeckel ohne Schutzumschlag ist genauso schön gestaltet wie das Cover. Jedes Kapitel wird mit der Kapitelnummer, einer eigenen filigranen Zeichnung und einer großen Initiale eingeleitet, und teilen die 441 Seiten in 21 Abschnitte mit angenehmer Leselänge ein. Für Marah eher untypisch, da ihre Kapitel sonst gerne länger sind. Nach dem Nachwort befindet sich eine Übersicht der Zaubersprüche - Nachmachen nur auf eigene Gefahr! - und am Ende natürlich schon fast obligatorisch ein Rezept mit einer für das Buch typischen, leckeren Bäckerei. Und besonders hervorheben möchte ich, dass das Buch auch ein Lesebändchen hat.

Idee / Plot
Gut, seien wir ehrlich, das Thema Hexen ist schon ziemlich altbacken. Spätestens mit Harry Potter und der Fernsehserie Charmed sind Hexen ein ganz klassisches Film- oder Buchmotiv. Aber hier verbindet Marah die Hexenzunft mit ihren typischen Elementen wie Kräuterkunde auch mit magischem Zauber und vor allem mit einer interessanten Dämonenwelt, dessen Ursprung in der Artuslegende liegt. Hier kommt Marah ihrem Bildungsauftrag natürlich wieder mit vollem Einsatz nach und mich begeistert es, wie sie die vielen Fäden zu einem großen Ganzen zusammen spinnen kann, so dass es bewegend und fesselnd wird, und dabei wieder was ganz Neues und Eigenes erschafft.

»Er isst Aimées verhexte Marmeladen?«, flüsterte Ezra schockiert. [..] »Der arme Tropf«, sagte er leise. »Er hat keine Ahnung, oder?« »Er weiß, dass Aimée sie gemacht hat und dass Pfeffer drin ist. Das sollte als Warnung reichen. Denkst du, sie wirken auch bei einem Dämon?«

Marah Woolf “Sister of the Stars: Von Runen und Schatten (HexenSchwesternSaga 1)” S. 172 (kindle Edition ©2020 Marah Woolf in Selbstpublikation)

Emotionen / Protagonisten
Die Geschichte lebt von den 3 Schwestern Aimée, Moëlle und Vianne, die zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, aber trotzdem eine sehr harmonische Einheit bilden. Vianne ist die jüngste der Dreien und durch die fehlende Magie wird sie von ihren Schwestern sehr behütet, was ihr auch oft gegen den Strich geht. Sie ist ihrer großen Liebe Ezra sehr verfallen und hat hier anfangs schon ein bisschen das verklärte Trotzverhalten, versucht sich aber davon loszusagen. Sie macht eine interessante Wendung durch und wird von Seite zu Seite immer tougher, obwohl sie immer wieder in diese teenyhafte Schwärmerei verfällt, was sie mir aber nur wieder sympathisch und authentisch macht.

»Es gab nie ein uns. Du hast es mir oft genug klargemacht, ich hatte es nur nicht wahrhaben wollen.«

Marah Woolf “Sister of the Stars: Von Runen und Schatten (HexenSchwesternSaga 1)” S. 269 (kindle Edition ©2020 Marah Woolf in Selbstpublikation)


Begleitet wurden die Schwestern von dem Hexer Ash, der sich ebenfalls sehr um Viannes Wohlergehen sorgt, dem ich das aber von Anfang an nicht abgekauft habe. Er ist mir zu wischiwaschi und scheint ganz eigene Ziele zu verfolgen.

Ezra Toqueville hat es von anfang an nicht leicht, von seiner Mutter und seinem Bruder verlassen wurde er unfreiwillig zum Großmeister der Loge ernannt und muss seine Pflichten erfüllen. Ich mag Ezra sehr gern, denn er stellt seine Bedürfnisse nicht über die der anderen und gibt sein ganzes Leben zum Wohle seiner Mitmenschen auf. Aber klar ist dabei, dass er damit auch einzelne Personen verletzen wird. Es ist ein hartes Los, und mir tut er wirklich leid. Und trotzdem nehme ich ihm seine Gefühle total ab, verstehe aber auch total seinen Zwiespalt.

Alle Personen hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Zu erwähnen wäre natürlich noch Caleb, der sich in unser aller Herzen geschlichen hat. Nein, es wird keine Dreiecksgeschichte, aber Caleb ist ein Nebencharakter mit außerordentlich prickelnden und faszinierenden Eigenschaften, von dem ich mir erhoffe noch ganz viel mehr zu lesen. Ebenso wie sein Tächtelmächtel mit Aimée, die ihn über das ganze Buch sauber abblitzen lässt. Da gibt es so viele unheimlich großartige Begegnungen, die einfach nur köstlich sind!

»Eine Frau, die nichts Süßes mag, ist mir noch nie begegnet. Sie wird immer interessanter.«

Marah Woolf “Sister of the Stars: Von Runen und Schatten (HexenSchwesternSaga 1)” S. 141 (kindle Edition ©2020 Marah Woolf in Selbstpublikation)

Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Schon im Prolog wird deutlich, dass wir es mit älteren Protagonisten zu tun haben und bei dem einem schon das Herz stehen bleibt. Von Kapitel zu Kapitel führt uns Marah geschickt in die Hexen-, Magier- und Dämonenwelt mit einigen spannenden Höhepunkten ein, bis sie einem schon in der Mitte dieser Geschichte das Herz aus der Brust reißt, es später wieder zusammengeflickt nur um es gleich darauf wieder zu zerfetzen. Obwohl ich Ezra so gut verstehen kann, habe ich mit Vi mitgelitten und bin entsetzt über die Intrigen und Wendungen, die mich am Schluss mit einem fetten Cliffhanger zurücklassen.

Szenerie / Setting
Marah hat wieder eine ganz eigene und bezaubernde Welt geschaffen. Ich liebe das verwunschene Haus mit all seinen Eigenheiten und Geistern. Frankreich mit dem sagenhaften Wald Brocéliande und die Legende von Merlin und Viviane passen auf magische Weise wie die Faust aufs Auge zu der Geschichte mit den Hexen und Dämonen, welches Marah mir so glaubhaft darstellen kann. Das war schicksalhafte Fügung, zumal ich weiß, dass Marah ursprünglich die Geschichte in Salem in der USA stattfinden lassen wollte.

Sprache / Schreibstil
Jedes Buch von Marah Woolf ist ein Genuss. Sie zaubert mit einer Leichtigkeit die passende Stimmung und Dramatik, die Seiten fliegen nur so dahin und jeden Moment habe ich einfach nur genossen gelitten und wurde verzaubert. Wir erleben die Geschichte aus Viannes Perspektive als Ich-Erzähler im Präteritum, und trotzdem schafft es Marah mir die Gefühle der anderen Figuren glaubhaft rüber zu bringen.

FAZIT
Fantasievolle Geschichte mit vielen Höhen und dramatischen Tiefen, die mich mal wieder voll verzaubert hat. Eine faszinierende und stimmungsvolle neue Welt und ein absolut mitreißender Auftakt einer neuen Trilogie! Ich liebe es!
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