Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

von Robert Louis Stevenson

E-Book
Übersetzt von: Grete Rambach
113 Seiten; ab 12 Jahre
2014 Null Papier Verlag
ISBN 978-3-95418-044-8

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Kurztext / Annotation
Stevensons wohl bedeutendste Geschichte, und eine der berühmtesten Horrornovellen überhaupt, wurde 1886 zum ersten großen Publikumserfolg des bis dahin nur wenig bekannten Robert Louis Stevenson.
Dr. Jekyll ist es mit Hilfe von chemischen Experimenten gelungen, der bösen, triebhaften Seite seines Wesens eine eigene Gestalt zu geben. Als Mr. Hyde treibt er im nebelverhangenen London sein Unwesen.
Doch die Rückverwandlung in einen Menschen wird immer schwieriger.
2. Auflage
Null Papier Verlag

Robert Louis Balfour Stevenson (geb. 13. November 1850 in Edinburgh; gest. 3. Dezember 1894 in Vailima, nahe Apia, Samoa) war ein schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters. Stevenson, der an Tuberkulose litt, wurde nur 44 Jahre alt; jedoch hinterließ er ein umfangreiches Werk von Reiseerzählungen, Abenteuerliteratur und historischen Romanen sowie Lyrik und Essays.

Textauszug
Die Geschichte der Tür

D er Rechtsanwalt Utterson hatte ein zerfurchtes Gesicht, über das nie ein Lächeln huschte; er war kühl, wortkarg und verlegen in der Unterhaltung, schwerfällig in Gefühlsangelegenheiten, lang, hager, verstaubt und farblos - und doch irgendwie liebenswert. Kam er mit Freunden zusammen und war der Wein nach seinem Geschmack, so leuchtete aus seinem Blick etwas ungemein Menschliches - etwas, das sich beileibe nie in seine Rede verirrt hätte, das aber nicht nur bei solchen Gelegenheiten aus den Zügen seines Gesichtes, sondern öfter und deutlicher noch im Leben aus seinen Handlungen sprach. Er war hart gegen sich selbst, trank, wenn er allein war, Wacholderschnaps, um seine Schwäche für edlen Wein zu unterdrücken, und war, obgleich er eine Vorliebe fürs Theater hatte, seit zwanzig Jahren in keinem gewesen. Dabei war er voll Duldsamkeit gegen andere, ja bestaunte, manchmal fast neidisch, das Draufgängertum, das ihre Missetaten beseelte, und war im Notfall eher zu helfen als zu tadeln bereit. "Ich neige zu Kains ketzerischer Ansicht", pflegte er bedächtig zu sagen: "Ich lasse meinen Nächsten zur Hölle fahren, wie es ihm beliebt." Daher war es häufig sein Schicksal, daß er die letzte achtbare Bekanntschaft und der letzte gute Einfluß im Leben von Menschen war, die sich auf abschüssiger Bahn befanden. Und gerade sie ließ er auch nicht den Schatten eines veränderten Benehmens merken, solange sie bei ihm aus und ein gingen.

Allerdings war dies kein Kunststück für Mr. Utterson; denn er war von Natur zurückhaltend, und auch seine Freundschaften schienen in einer ähnlich gutmütigen Vorurteilslosigkeit begründet zu sein. Es ist das Kennzeichen eines bescheidenen Mannes, daß er seinen Freundeskreis fix und fertig aus den Händen der Vorsehung entgegennimmt, und so erging es dem Rechtsanwalt. Seine Freunde waren Verwandte oder Leute, die er schon lange kannte; seine Zuneigungen waren mit der Zeit gewachsen, gleich Efeu, und machten keinen Anspruch auf Tauglichkeit des Objekts. Daraus erwuchs zweifellos auch das Band, das ihn mit Mr. Richard Enfield, einem entfernten Verwandten und stadtbekannten Mann, verknüpfte. Vielen war es ein Rätsel, was diese beiden zueinander zog oder was sie wohl für gemeinsame Interessen haben mochten. Leute, die ihnen auf ihren Sonntagsspaziergängen begegneten, wußten zu berichten, daß sie nichts miteinander sprachen, außerordentlich gelangweilt dreinschauten und mit offensichtlicher Erleichterung das Erscheinen eines Bekannten begrüßten. Dabei aber legten beide Männer den größten Wert auf diese Ausflüge, betrachteten sie als Höhepunkt der Woche und gingen, um sie ungestört genießen zu können, nicht nur Vergnügungen aus dem Wege, sondern ließen auch Geschäft Geschäft sein.

Auf einem dieser Streifzüge geschah es, daß ihr Weg sie durch eine Seitenstraße in ein Geschäftsviertel Londons führte. Es war eine schmale, sogenannte ruhige Straße, in der jedoch an Werktagen ein ersprießlicher Handel getrieben wurde. Ihren Bewohnern ging es anscheinend gut, und alle strebten danach, daß es ihnen noch besser ginge. Was ihnen vom Gewinn übrigblieb, legten sie in der Verschönerung ihrer Häuser an, so daß die Läden dieser Durchgangsstraße etwas Einladendes an sich hatten, wie eine Reihe lächelnder Verkäuferinnen. Selbst sonntags, wenn sie ihre wahren Reize verbarg und verhältnismäßig menschenleer dalag, wirkte die Straße im Gegensatz zu ihrer schmutzigen Nachbarschaft wie ein weißer Rabe und bestach mit ihren f

Kurzbeschreibung
Stevensons wohl bedeutendste Geschichte, und eine der berühmtesten Horrornovellen überhaupt, wurde 1886 zum ersten großen Publikumserfolg des bis dahin nur wenig bekannten Robert Louis Stevenson.
Dr. Jekyll ist es mit Hilfe von chemischen Experimenten gelungen, der bösen, triebhaften Seite seines Wesens eine eigene Gestalt zu geben. Als Mr. Hyde treibt er im nebelverhangenen London sein Unwesen.
Doch die Rückverwandlung in einen Menschen wird immer schwieriger.
1. Auflage
Umfang: 104 Normseiten bzw. 116 Buchseiten

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