Die Kinder des Gral

Die Kinder des Gral

Das gesamte Kreuzzug-Epos

von Peter Berling

E-Book
4500 Seiten
2014 hockebooks
ISBN 978-3-95751-047-1

54.99 EUR
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Kurztext / Annotation
Peter Berlings großes Kreuzzug-Epos "Die Kinder des Gral" erstmals als Sammelband mit allen 17 Folgen: In der aufregendsten Zeit des Hohen Mittelalters erzählt Peter Berling das Schicksal jener beiden Kinder, die aufgrund ihres Blutes als Träger der Krone auserwählt wurden: Roç und Yeza sind die Erben des Gral. Ihr Königtum könnte die Weltreligionen vereinen. Doch können zwei Kinder die Last einer solchen Krone stemmen, ohne erdrückt zu werden? Ein Schutzengel steht den beiden bei alldem bei: William von Roebruk. Als Held wider Willen gerät er in einen tödlichen Kampf zwischen Papst und Kaiser, Ketzern und Assassinen, einen Kampf um das Schicksal von Roç und Yeza - und um die Herrschaft der Welt.

Peter Berling wurde am 20. März 1934 in Meseritz geboren, in der ehemaligen Grenzmark Brandenburgs. Seine Eltern waren die Berliner Architekten und Poelzig-Schüler Max und Asta Berling. Jugend, Krieg und Gymnasium in Osnabrück (wohin die Familie 1938 umzog) und auf dem Internat Birklehof im Schwarzwald. 1954 Beginn eines Architektur-Studiums in München, Wechsel zur Akademie der Bildenden Künste, Tätigkeiten als Werbegrafiker, Reiseleiter, Konzertveranstalter, Musikverleger. Angestoßen durch Alexander Kluge 1959 Einstieg in die Produktion von Filmen, beginnend mit Klaus Lemke, Werner Schroeter und schließlich Rainer Werner Fassbinder. In Folge zunehmender Co-Produktionen mit Italien übersiedelte Berling 1969 nach Rom. Gleichzeitig verstärktes Mitwirken als Charakterdarsteller in weit über 100 Filmen u.a. bei Werner Herzog, Jean-Jacques Annaud, Martin Scorsese, Volker Schlöndorff und R. W. Fassbinder. Sehr spät, erst 1989, begann Berling seine Karriere als Schriftsteller, als Verfasser historischer Romane. Bereits mit dem Zyklus "Die Kinder des Gral" gelang ihm ein Bestseller, übersetzt in bislang 18 Sprachen. Parallel zum Schreiben tritt Berling in der dtcp-Sendereihe "facts & fakes" bei Alexander Kluge auf. In bis heute mehr als 200 Folgen verkörpert er als Interviewter erfolgreich die verschiedensten Rollen aus grauer Vorzeit, glaubwürdig bis tief in die Wirren des 20. Jahrhunderts, vom Geheimdienstler und Opernsänger bis zum Organhändler, Tiefseeforscher und glücklosen Militärstrategen. 2011 erschien sein autobiografisch angelegter Roman "Hazard & Lieblos", Kaleidoskop eines Lebens, Hoffmann & Campe, den er lieber "Liebfeig & Chûzpe" getitelt hätte. Demnächst wird Peter Berling 80, kein Ende in Sicht.

Textauszug
I
MUNSALVAETSCH

Die Belagerung

Montségur, Herbst 1243

Als schroffer Felskegel ragt der Montségur aus der zerklüfteten Niederung - entrückt, wie nicht von dieser Welt und nur himmlischen Heerscharen sich öffnend, so sie denn aus ihrer Engelsperspektive eine Handbreit platten Grundes erspähen, um ihre Himmelsleiter aufzusetzen. Naht ein menschlicher Eindringling vom Norden her, scheint der Berg zum Greifen nah wie ein abgesetzter Helm, den eine Zauberhand steil in die Höhe hebt, je näher sein Fuß der Flanke rückt. Schleicht er sich, dem Trug des weich abfallenden Bergrückens erliegend, von Osten an, wirft ihn der gereckte Schild des Roc de la Tour zurück, wenn er ihn nicht in die gischtige Klamm des Lasset schleudert, der sich so tief in die Felsen geschnitten hat, dass von dort unten nicht einmal mehr die Kuppe des Berges, geschweige denn die Burg zu sehen ist. Nur im Südwesten lädt nach geschwungenem Hang ein bewaldeter Sattel ein. Doch kaum hat der keuchende Kletterer den Schutz des Unterholzes verlassen, zieht die nackte Geröllhalde steil nach oben. Und genau über ihm kragen die Mauern. Er kann das Tor erkennen, und er weiß, es wird sich ihm nicht öffnen. Sein Herz klopft wild, sein Atem geht stoßweise, die Luft ist dünn - blauviolett leuchten die Gipfel der nahen Pyrenäen herüber, auch in diesem Altweibersommer des Jahres 1243 schon mit Schnee bedeckt. Der Wind fährt raschelnd durch die Blätter des Buchsbaumes. Der Eindringling hört das Zwitschern des Armbrustbolzens nicht, der ihm die Kehle aufreißt, ihn an den Stamm des Bäumchens nagelt. Sein Blut quillt wie aus einem erquickenden Quell, nach dem er sich während des Aufstieges so gesehnt. Es sprudelt hervor in den Stößen seines ermattenden Herzschlags. Die grauen Felsen über ihm verwachsen mit den Mauern, werden hell, licht wie der Himmel dahinter, die Sinne haben ihn verlassen, bevor er rückwärts in das dunkle Grün des Waldes stürzt, den er nicht hätte verlassen sollen.

Das Feldlager hatte sich auf dem gegenüberliegenden Wiesenhang breitgemacht, in respektvoller Distanz zum Pog und in sicherer Entfernung vor der Reichweite der Steinschleudern. In seiner Mitte hatten die beiden Anführer ihre Zelte aufgeschlagen: Pierre Amiel, Erzbischof von Narbonne und Legat des Papstes, der sich die Vernichtung der "Synagoge Satans" eifernd aufs Panier geschrieben, und in gebührendem, wenn nicht gesuchtem Abstand zu diesem lagerte Hugues des Arcis, Seneschall von Carcassonne, den der König zum militärischen Führer der Unternehmung bestellt hatte.

Obgleich der Legat dem Heer wie jeden Morgen die Messe gelesen hatte - viel lieber wäre er wohl an dessen Spitze mit Leitern und Türmen gegen die Ketzerfestung gestürmt -, kniete der Seneschall auch zum abendlichen Angelus-Läuten vor seinem Zelt zum Gebet nieder, umgeben von seinen drei Feldkaplanen, als deren einer William von Roebruk amtierte.

Der Erzbischof, dem zuviel gebetet und zu wenig gekämpft wurde, wartete mühsam beherrscht das Amen ab: "Das Heil Eurer Seele solltet Ihr weniger im Frieden mit Gott als im Kampf gegen seine Feinde suchen!"

Der Seneschall genoss es, sich noch nicht erhoben zu haben, hielt die Augen geschlossen und die Hände gefaltet - weiß zeichneten sich die Knöchel seiner gepressten Fäuste ab -, aber er schwieg.

"Diese Art schonender Belagerung praktizierte der Graf von Toulouse [21] lange genug, und mein Herr Papst -"

"Ich diene dem König von Frankreich", unterbrach ihn hier Hugues des Arcis; er hatte sein seelisches Gleichgewicht wiedergefunden und ließ in Ruhe seinen Ärger an seinem geistlichen Gegenspieler aus, "und werde - so Gott will - getreulich seinen Befehl ausführen: Einnahme des Montségur!"

Er stand auf und entließ seine Kaplane mit einer schroffen Handbewegung. "Die Ketzerverfolgung, die Euch so am Herzen liegt, muss sich diesem Primat beugen. Sie von einem Toulouse zu erwarten, zeugt von wenig pol

Beschreibung für Leser
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Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Peter Berling, geb. 1934, studierte Grafik an der Münchener Kunstakademie. Er hat sich als Schauspieler, Filmproduzent und als Autor einen Namen gemacht. Seit 1969 lebt er in Rom. Selbst kein Anhänger der Astrologie beschäftigt er sich als Historiker seit vielen Jahren mit der wechselnden Rolle der Sterndeutung in der abendländischen Geschichte.

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