Rezensionen

Rezensionen von Mabla59 :

Der Gesang der See

Kr

 

Die junge Kristiane wächst in Norwegen auf. Zu einer Zeit, in der Frauen eine untergeordnete Rolle spielen und die Männer das Sagen haben.
Als Kind eines Lotsen lernt sie früh hart zu arbeiten und sich durchzusetzen. Auch ihr Mann Anders ist Lotse und als er noch vor der Geburt seines Sohnes bei einer Lotsenfahrt im Meer verunglückt und stirbt, setzt sie alles daran, ihr Versprechen an ihren Vater, das Lotsenamt in der Familie zu halten, einzulösen. Da in Norwegen dieses Amt jedoch nur Männern vorbehalten war, heiratet Kristiane ihren Jugendfreund Lars unter der Bedingung, daß dieser die Lotsenprüfung ablegt und das Amt weiter ausüben kann.
Doch dann lernt Kristiane Frederik kennen und ist plötzlich hin und her gerissen zwischen Liebe und Pflicht.
Trude Teige hat ihren Debütroman "Der Gesang der See" in Erinnerung an ihre Ur-Ur-Großmutter Gertrud geschrieben und an die Frauen, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz im Patriarchat behaupteten

Moorland. Die Zwillinge

Das Moor und seine Geheimnisse

 

Andreas Winkelmann hat mit "Moorland - Die Zwillinge" eine neue Reihe an den Start gebracht.
Die Kommissarin Malia Gold, die mit ihren ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat, muss die Zwillinge Jana und Nike finden.
Die beiden Schwestern sind nach einem Ausflug ins Moor nicht zurück gekommen.
Und plötzlich tauchen Fotos auf Tik Tok auf.
Doch ein ganzes Dorf mauert und behindert damit die Ermittlungen
Wie der Zufall es will, habe ich erst vor kurzem ein Buch über die Moorlandschaft im Norden Deutschlands gelesen, welches mich begeistert hat. Und auch Winkelmann versteht es mit seinem Schreibstil abseits der spannenden Handlung, die Mystik und das Geheimnisvolle dieser Moorlandschaft hervorragend und bildlich zu beschreiben.
Wie vom Autor gewohnt, sind die Kapitel kurz und enden mit Cliffhangern, die einem durch das Buch "treiben"
Andreas Winkelmann ist ein Garant für gute Lektüre. Egal ob es sich um Cosy Crime oder Hochspannung handelt.
Mit "Moorland - Die Zwillinge" ist ihm ein spannender Auftakt einer neuen Reihe gelungen, bei der ich mich auf die Fortsetzungen schon jetzt freue.
Auch das Cover mit dem tollen Farbschnitt finde ich sehr gelungen und passend.

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer am Drachenfels

Hildas neues Abenteuer

 

Mit "Hilda Hasenherz – Das Abenteuer am Drachenfels" hat Tobias Goldfarb bereits den dritten Band um die mutige, kleine Häsin und ihre Freunde Igel Igomir, Eichhörnchen Eicho und Rotkehlchen Robinius.
Es kann aber problemlos auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden
Verena Körting steuerte die zauberhaften, farbenfrohen Illustrationen bei.
Baron von Ratzezahn wurde am Drachenfels gesehen und der möchte unbedingt Hasenkönig werden.
Das Buch ist kindgerecht geschrieben, die 26 Kapitel kurz gehalten.
Wenn wir vorlesen, darf das Vorlesekind, das schon etwas lesen kann, mit einem Kapitel anfangen und ich lese es dann zuende.
Das habe ich erfolgreich bei meinen Kindern damals schon so gehalten und dafür eignen sich die Geschichten um Hilda Hasenherz perfekt.
Also ein ganz Zauberhaftes Buch zum Vorlesen und für Leseanfänger






Niemands Töchter

Vier Frauen und ihre Familiengeschichte

 

Meine Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch "Niemands Töchter", welches im Hörbuch Verlag Hamburg erschienen ist und von der Autorin Judith Hoersch selbst gelesen wurde.
Sie erzählt darin die Geschichten von vier Frauen.
Alma, Isabell, Marie und Gabriele.
Die Handlungsstränge scheinen zunächst aus der Sicht jeder einzelnen Frau zu stehen. Erst nach und nach erfahren die Lesenden die Zusammenhänge.
Zudem erstrecken sich die Erzählungen auf mehreren Zeitebenen. Von den achtziger Jahren bis in die 2019 - 2020er Jahre
Handlungsorte sind die Eifel und Berlin.
Das Buch ist in einer schönen Sprache geschrieben und erzählt von den komplexen Beziehungen von Müttern und Töchter. Von Liebe und Verlust, von Verletzungen und Wunden.
Judith Hoersch, die mir noch als Schauspielerin bekannt war, hat das Hörbuch eindrucksvoll vorgelesen und mir als Schriftstellerin mindestens genauso gut gefallen.

Böser, böser Wolf

Anders als erwartet

 



Die Autorin Katie wird von jemandem, der sich "Wolf " nennt entführt und auf dem Dachboden eines Hauses tief im Wald eingesperrt.
Auf der Suche nach einem Ausweg findet sie einen Brief, in dem steht, dass sie moderne Mordgeschichten im Stil von Märchen, explizit von Rotkäppchen und Aschenputtel, schreiben muss, die dann wahr werden sollen. Wenn sie sich weigert, wird sie sterben.
Der Entführer setzt Katies Geschichten in die Tat um.
Die erste Geschichte basiert auf Aschenputtel: Die junge Grace wird entführt,
Detective Inspector Lyla Rondell wird mit dem Fall der entführten Grace Montague betraut. Während sich der Fall entwickelt und neue Verbrechen im Stil von Märchen geschehen, muss Lyla sich ihren eigenen Dämonen stellen: Ihre beste Freundin wurde vor 25 Jahren ebenfalls im Stil eines Märchens entführt
.Es wird klar, dass sie nicht zufällig an diesem Fall arbeitet – der Mörder spielt mit ihr.
Das Cover hat mich sofort angesprochen und auch der Klappentext, allerdings bin ich mit der ganzen Geschichte nicht richtig warm geworden.
Viele Wechsel der Perspektiven haben mich in der Konzentration und den Lesefluss gestört.
Anders als erwartet, aber nicht zur Gänze schlecht
Drei Sterne


Alle glücklich

Perfekte Familie

 

Kira Mohn hat mit "Alle glücklich" einen lebensnahen und realistischen Familienroman geschrieben.
Sie erzählt die Handlung aus vier verschiedenen Perspektiven. Vater, Mutter, Sohn und Tochter.
Es handelt sich nach außen hin um eine scheinbar perfekte Familie. Doch jeder einzelne hat mit seinen ureigenen Problemen zu kämpfen.
Job-Stress, Perfektion, erste Liebe und Pubertät...
Jeder kämpft für sich allein und fühlt sich von den jeweils anderen nicht wahrgenommen.
Ein Leben an einander vorbei statt miteinander.
Der Schreibstil von Kira Mohn ist angenehm ruhig und trotzdem gut lesbar.
Man denkt unwillkürlich an sein eigenes Zusammenleben und die Familie. Denn all das bedeutet Liebe, Verständnis und Zusammenhalt. Man muss nur mal miteinander reden
Ein tiefgründiges Buch, das zum Nachdenken anregt und nachhallt.

Das gute Leben

Annis Suche nach dem guten Leben

 

"Das gute Leben" von Nadine Schneider ist ein wunderschönes Buch über die Entscheidungen im Leben, die Suche nach dem Glück und Selbstfindung.
In unglaublicher Leichtigkeit und doch in einer Intensität erzählt, die es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Erzählt wird die Handlung aus Sicht von Anni, die aus Rumänien flieht und ihr Glück in Deutschland sucht.
Und aus Sicht von Christina, Annis Enkelin, die bei ihrer Großmutter aufwächst und nach deren Tod Annis Haus erbt.
Nadine Schneiders Charaktere sind sympathisch, mit all ihren Schwächen, ihren Hoffnungen und der Suche nach dem Glück.
Bei der Lektüre hatte ich manchmal das Gefühl, in Annis Garten zu stehen und den Duft der Blumen zu riechen.
"Das gute Leben" ist ein Buch, das sich zwar leicht liest, mit Sicherheit aber Eindruck hinterlässt und einem zum Nachdenken veranlasst.
Ein Hingucker ist zudem das wunderschöne Cover, das meiner Meinung nach hervorragend zum Buch passt.

Tödliches Angebot

Und bist du nicht willig so brauche ich Gewalt

 

Margo hat für ihr Leben feste Vorstellungen. Mit Ian hat sie den passenden Partner gefunden. Jetzt fehlen nur noch ein eigenes Haus in der richtigen Gegend und dann ein Kind. Und das genau in der Reihenfolge! Leider haben sie die passende Immobilie noch nicht gefunden. Egal wie oft sie ihr Budget schon nach oben angepasst haben, es hagelt Absagen auf ihre Bewerbungen. Und allmählich läuft Margo die Zeit davon. Also greift sie zu immer drastischeren Maßnahmen. Vor allem, nachdem sie ihr Traumhaus gefunden hat. Obwohl es noch nicht auf dem Markt ist, nimmt sie Kontakt zu den Eigentümern, einem homosexuellen Paar, auf und als sie nicht schnell genug ans Ziel gelangt, schreckt sie auch nicht vor extremen Dingen wie Erpressung zurück. Und dann tauchen auch noch Probleme in ihrem Privatleben auf.
Aber Margo wäre nicht Margo, wenn sie sich davon aufhalten ließe.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar
Entgegen dem Klappentext war mir Margo nicht sympathisch, aber insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten

Ungelöst - Die erste Zeugin

Alte Bekannte in einer neuen Reihe

 

Wenn Arno Strobel ein neues Buch herausbringt ist das sehr gut. Wenn es dann auch noch der Auftakt zu einer neuen Reihe ist, noch besser.
Mit "Ungelöst - Die erste Zeugin" lässt er neues Team an den Start. Den Hauptkommissar Ramin Brunner und Medizinstudentin Luisa Menkhoff.
Fans von Arno Strobel horchen bei diesem Namen doch gleich mal auf.
Der inzwischen verstorbene Bernd Menkhoff, Vater von Luisa, war ein Kommissar in einem der älteren Werke von Strobel, nämlich in "Das Wesen".
Hier finden sich auch die Parallelen zu "Ungelöst".
Und auch Strobels "Mörderfinder" Max Bischoff war ein Kollege von eben jenem Bernd Menkhoff.
Toll, wie Strobel das alles aufeinander aufbaut!
Aber zurück zum aktuellen Buch. Kommissar Brunner muss einen Fall aufklären und benötigt dabei die Hilfe von Luisa, die als Kind selbst entführt wurde.
Luisa verfügt über ein eidetisches Gedächtnis und kann sich an jedes Detail ihrer Entführung erinnern. Diesen Begriff mußte ich auch erst einmal googeln
Strobel schreibt wie gewohnt flüssig und mit Kapiteln, die mit Cliffhangern enden.
Dadurch wird man quasi durch die Handlung getrieben.
Bis hin zum Ende haben mich die Wendungen immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt.
Ein gelungener Auftakt, den man ohne Vorkenntnisse lesen kann,. Aber ich lege jedem Fan, und wer sich die Zeit nehmen möchte, ans Herz, zuvor "Das Wesen" zu lesen.

Das Signal

Wenn Misstrauen zur Obsession wird

 


Viola Bender wacht im Krankenhaus aus der Narkose auf und weiß sofort, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmt.
Man erklärt ihr, dass ihr linkes Bein so schwer verletzt wurde, daß es amputiert werden musste. Bei einem Felsabbruch im Gewölbekeller ihres neuen Hauses, den ihr Mann zu einem Weinkeller umbauen wollte.
Daran,was sie dort wollte, kann sich Viola jedoch nicht erinnern.
Ihr Mann kümmert sich rührend um sie, bringt ihr auch ein Handy, mit dem sie ihn jederzeit erreichen und seinen Standort sehen kann.
Gefangen in ihrer neuen Situation, beginnt sie, beinahe jeden Schritt ihres Mannes zu verfolgen und wird dabei immer misstrauischer und obsessiver, exzessiver.
Auch ihre Pflegerin und ihre Freundinnen benehmen sich zunehmend merkwürdig
Poznanski treibt ihre Leser mit ihrem Schreibstil und den Wendungen immer schneller durch die Handlung, so, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann
Von Ursula Poznanski habe ich schon mehrfach Bücher gelesen. Deshalb war ich auf "Das Signal" sehr gespannt.
Schon das blau-lila-pinkfarbene Cover zieht einen magisch an.
Mir hat das Buch wieder einmal gut gefallen und kann es nur empfehlen

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

Berührend

 

"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" ist der dritte Teil von Alena Schröder über das Schicksal der Familie Borowski.
Alena Schröder erzählt die Geschichte über zwei Zeitebenen.
1945 hat Marlen den Krieg nur mit viel Glück überlebt und findet bei Wilma Unterkunft.
In dieser Zeit findet Marlen zur Malerei.
Im Jahr 2023 lebt Hannah in Berlin. In ihrem Leben muss sie plötzlich mit Veränderungen fertig werden. Das plötzliche Auftauchen ihres Vaters, zu dem sie nie Kontakt hatte, ist nur eine davon.
Alena Schröder konnte mich auch diesmal mit ihrem ruhigen Schreibstil mitnehmen
Ihre Sprache ist einfach und leicht lesbar.
Es ist die Frage nach der eigenen Identität und inwieweit wir unseren Familien verpflichtet sind, die das Buch zu einem Familienroman machen.
Auch der dritte Teil dieser Geschichte hat mir sehr gut gefallen und keiner, der solche Themen liest, sollte sich von den sperrigen Titeln abschrecken lassen.

Verbrenn das Negativ

Rückkehr des Horrors

 

Laura, eine Journalistin, kommt am Set der Neuauflage eines Horrorfilms aus den 90er Jahren, in dem sie als Kind die Hauptrolle spielte, in Los Angeles an.
Während der Dreharbeiten starben acht Mitglieder der Besetzung und der Crew. Ihre Tode spiegelten die grauenhaften Szenen im Film wider.
Diesmal soll sie über das Remake berichten
Gleich nach ihrer Ankunft sieht sie einen Mann von einer Brücke springen und weiß, dass das Grauen erneut beginnt.
Laura, als eine der Überlebenden, versuchte ihrer Vergangenheit zu entfliehen, doch nun, wo sie zurück ist, beginnen die Todesfälle von Neuem. Ist es der zum Leben erwachte Mörder von damals? Oder steckt etwas Menschlicheres dahinter?
Wie in vielen Horrorgeschichten geht es auch hier um Vergangenheitsbewältigung und darum, sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen.
Es spricht wichtige Punkte wie Kindheitstraumata, Schuldgefühle und Geheimnisse an.
Die Geschichte erinnert mich stark an die "Final Destination" Reihe aus den Anfängen dieses Jahrtausends bis heute.
Natürlich ist das Buch Fiktion und enthält übernatürliche Elemente, aber mich hat es gut unterhalten.
Gelungen fand ich die Ausschnitte aus Zeitungen, Posts aus den sozialen Medien, Scripts und ähnliches am Anfang jedes Kapitels. Wirkte auflockernd.
Fünf Sterne